Zwei Dominatoren, langer Schatten

2. Juni 2006, 21:18
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Roland Garros steht im Zeichen des Duells zwischen Titelverteidiger Nadal und dem in Paris noch erfolglosen Federer - Größeres Favoritenfeld sorgt für spannendes Damen-Turnier

Paris - Wenn erstmals in der Geschichte bereits am Sonntag die French Open beginnen, dann steht alles im Zeichen eines Duells: Titelverteidiger Rafael Nadal, der seine unglaubliche Rekord-Serie von 53 Siegen en suite in Paris auf 60 schrauben möchte, und Roger Federer, der endlich seinen ersten Titel an der Seine holen will. Alles andere steht im Schatten dieser beiden Dominatoren. Bei den Frauen wird die Tennis-Welt wohl vor allem das Comeback von Rom-Siegerin Martina Hingis verfolgen.

Sieben seiner vergangenen elf Grand-Slam-Teilnahmen hat der 24-jährige Federer mit dem Sieg beendet, doch Paris gilt es für den Weltranglisten-Ersten noch zu erobern. In den ersten sechs Partien zweifelt wohl bei Gesundheit kaum jemand an Federer, doch wenn es am 11. Juni um den Siegerscheck in Roland Garros geht, werden die Wettquoten nicht so eindeutig sein: Denn alles erwartet neuerlich, wie heuer schon in Dubai, Monte Carlo und Rom, ein Finale Roger Federer - Rafael Nadal.

38:3-Siege für Federer

Federer hält heuer bei 38:3-Siegen, doch ausgerechnet die drei erwähnten Finali gegen Nadal hat er allesamt verloren. Vor allem Monte Carlo und Rom gelten als Klassiker, auch wenn sie im Fernsehen kaum jemand zu Gesicht bekommen hat. Und in Italien war Federer schon knapp davor, Nadal zu knacken, hatte sogar zwei Matchbälle und verlor.

Wenn dieser erst 19-jährige Muskelprotz aus Spanien nicht wäre, dann wäre Federer der lang ersehnte letzte Coup wohl nur schwer zu nehmen. Nach Donald Budge und Rod Laver könnte er der erste Spieler werden, wenn auch nicht innerhalb eines Kalenderjahres, der alle vier Major-Titel gleichzeitig hält. Wimbledon und die US Open 2005 sowie heuer die Australian Open hat der sympathische Eidgenosse für sich entschieden.

Doch Federer sieht dank dieser Niederlagen schon eine Steigerung bei sich. "Ich wünschte, ich hätte diese Finali gewonnen, aber sie brechen weder meinen Willen noch meine Hoffnung." Immerhin 5 seiner 37 Titel hat Federer auf Sand schon gewonnen. "Mir haben diese Kämpfe gegen ihn gefallen, sie haben mir viele Fragen beantwortet, die ich mir vor der Sandplatz-Saison gestellt habe. Je mehr ich gegen ihn spiele, umso mehr lerne ich sein Spiel kennen und umso einfacher wird es für mich werden."

Nadal streut Federer Rosen. "Er ist ein großartiger Champion und hat viele schwere Matches gewonnen. Er ist zur Zeit definitiv besser als jeder andere Spieler. Ich habe nur einen Grand Slam gewonnen, Federer hat wie viele? Sieben?"

Henin-Hardenne hat Titel zu verteidigen

Im Damen-Lager ist Justine Henin-Hardenne Titelverteidigerin. Nach nur 62 Minuten hatte sie im Vorjahresfinale den Comeback-Lauf von Mary Pierce (6:1,6:1), die heuer verletzungsbedingt fehlt, jäh beendet. Konkurrenz droht der Belgierin freilich von ihrer Landsfrau Kim Clijsters sowie von Australian-Open-Siegerin und Nummer eins, Amelie Mauresmo. Aber auch von einer weiteren sehr erfolgreichen "Rückkehrerin" - Martina Hingis. Die Schweizerin krönte ihr sensationelles Comeback nach drei Jahren "Pension" zuletzt vorerst einmal mit dem Triumph in Rom. Bei ihr muss man aber abwarten, ob sie zwei Wochen gegen die Besten der Welt durchhält.

Nicht vergessen im Kreis der Favoritinnen darf man auch Nadja Petrowa. Die Russin hat heuer vier ihrer fünf Turnier-Teilnahmen erfolgreich beendet. (APA/Reuters)

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    Roger Federer möchte heuer endlich auch in Paris gewinnen.

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    Titelverteidiger Rafael Nadal ist der Mann, der das unbedingt verhindern will.

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