Für CA IB-Reisenberger kein Grund zur Panik

14. Juni 2006, 13:03
posten

Fundamentaldaten in Ordnung - Rückgang in Wien mit Kursstürzen an zentral- und osteuropäischen Börsen verknüpft

Wien - Trotz der Aufregung über Abwärtsbewegungen an den internationalen Kapitalmärkten der letzten Wochen, an der Wiener Börse sei aus fundamentaler Sicht alles in Ordnung. Davon ist Alfred Reisenberger, Leiter des Österreich-Research der CA IB International Markets, des Aktienhauses der Bank Austria Creditanstalt, überzeugt. Als Gründe für seine Zuversicht nennt er die günstigen Bewertungen, die erneut gestiegenen Erwartungen bezüglich des Gewinnwachstums und die insgesamt gute Verfassung der europäischen Wirtschaft.

Reisenberger hält die Kurskorrektur für überzogen, sieht sie allerdings als reinigendes Gewitter: "Den Investoren wurde vor Augen geführt, dass es an den Börsen nicht immer nur bergauf gehen kann", so der Analyst in einer Aussendung. Im Vergleich zum Jahresbeginn, als das KGV des ATX noch bei 15,1 lag, hätten sich die Bewertungen allerdings erheblich verbessert. Mittlerweile liege das KGV bei 13,6. Die Annahme für das Gewinnwachstum 2006 liegt bei 27 Prozent. Die Entwicklung der nächsten Wochen sei "schwierig" zu prognostizieren, "aber am Ende des Jahres sollten wir wieder höhere Kurse haben als zuletzt", meint Reisenberger.

Viele Gründe für Kursrutsch

Viele Gründe seien für den jüngsten Kursrutsch verantwortlich gewesen: Zunächst die Jahreszeit, denn der Monat Mai locke jedes Jahr die Bären hervor. Weiters nennt Reisenberger umfassende Sorgen bezüglich Zinsen, Inflation und US-Dollar. Schließlich habe sich der ATX zuletzt auf einem All Time High befunden und sich irgendwann auch wieder normalisieren müssen.

Im Vergleich zu den europäischen Leitindizes sei Wien hingegen eine Spur teurer. Diese höhere Bewertung erachtet Reisenberger allerdings als durchaus gerechtfertigt, weil das Gewinnwachstum hierzulande ebenfalls höher ist. Das Ausmaß des Rückgangs in Wien sei unter anderem auch deshalb höher gewesen, da er mit den Kursstürzen an den zentral- und osteuropäischen Börsen einherging. Daran zeige sich einmal mehr, wie eng Wien mittlerweile mit dieser Region verknüpft ist.

Die starke Abwärtsbewegung verdeutlichte auch verhältnismäßig geringe Liquidität am österreichischen Aktienmarkt. Der Markt zeigte sich mit den Verkaufsorders leicht überfordert, da sich die Liquidität nur auf einige wenige Werte beschränkt. Die zahlreichen Neuemissionen im Frühjahr sollten ein weiterer Schritt in Richtung eines liquiden Marktes sein, hofft Reisenberger. Auch wenn die Börseneulingn angesichts der internationalen Kursrückgänge mit Gegenwind starteten, dürften die ersten Ergebnisbekanntgaben Anlass zur Beruhigung geben. (APA)

Share if you care.