Kontrollbank 2005 mit höherem Gewinn

1. Juni 2006, 17:13
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Dividende wird auf 17,82 Euro erhöht - Noch kein Termin für Entscheidung über Ilisu-Staudamm

Wien - Die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) hat im vergangenen Jahr einen auf 61 (54) Mio. Euro vergrößerten Überschuss erwirtschaftet und zahlt ihren Eigentümern - den Geschäftsbanken - eine auf 17,82 (17) Euro pro Aktie geringfügig erhöhte Dividende. Dies gab Kontrollbank-Vorstand Johannes Attems am Freitag bekannt. Die Bilanzsumme belief sich auf rund 27 (25,2) Mrd. Euro.

Zum neunten Mal in Folge haben 2005 die Exporthaftungen, die die Kontrollbank treuhändisch für die Republik durchführt, einen Überschuss zu Gunsten der Republik ergeben - diesmal von 64 Mio. Euro.

Haftungen in Höhe von 5,5 Milliarden Euro

Insgesamt hat Österreich im vergangenen Jahr Haftungen mit einem Gesamtvolumen von 5,5 Mrd. Mrd. Euro übernommen. Das Haftungsobligo belief sich per Jahresende auf 30,9 Mrd. Euro, was einem leichten Anstieg gegenüber Ende 2004 entspricht. Berücksichtigt man auch die in den Vorjahren erteilten, 2005 bestehenden so genannten revolvierenden Haftungen, sind im vergangenen Geschäftsjahr wieder rund sieben Prozent des gesamten heimischen Exports mit Exportgarantien abgesichert gewesen. Die wichtigsten Zielmärkte der Garantienehmer waren 2005 Russland, China, Serbien und Montenegro, Saudi Arabien, Iran und die Ukraine.

Für eines der am umkämpftesten Projekte, die sich um eine Absicherung via Republikshaftung bemühen, ist eine Entscheidung derzeit noch nicht absehbar. Es handelt sich um den Ilisu-Staudamm in der Türkei, für den der Grazer Anlagenbauer Andritz die Turbinen liefern möchte. Das Auftragsvolumen für Andritz liegt bei etwa 250 Mio. Euro.

Andritz will Bundes-Haftung

Die Andritz bemüht sich um eine Haftungsübernahme durch den Bund. Sowohl Kritiker des Projekts - Menschenrechtsgruppen - als auch Befürworter hätten in den vergangenen Wochen Termine bei der Kontrollbank gehabt und ihre Argumente vorgebracht, sagte Kontrollbank-Vorstand Attems. Die Entscheidung werde von der OeKB zwar vorbereitet, aber nicht von ihr, sondern von einem eigenen Ausschuss mit Vertretern des Finanzministeriums und der Sozialpartner getroffen. Termin dafür stehe noch keiner fest.

Weil der Bund sich per Jahresanfang 2005 aus der Absicherung kurzfristiger Exportgeschäfte (bis 24 Monate) zurückgezogen hat, wurde 2004 die Tochter OeKB Versicherung AG gegründet, die sich auf kurzfristige Exportgeschäfte spezialisiert. 560 Exportunternehmen haben diesem Unternehmen im ersten Geschäftsjahr ein Prämienvolumen von knapp 15 Mio. Euro erzeugt. Die OeKB Versicherung liegt damit auf Platz 3 der heimischen Kreditversicherer.

Im von der OeKB betreuten Exportfinanzierungsverfahren standen zu Jahresende 2005 Finanzierungen in Höhe von 23,2 Mrd. Euro aus. Im Berichtsjahr wurden 4,2 Mrd. Euro an Krediten ausgezahlt, die Rückflüsse aus Krediten beliefen sich auf 3,6 Mrd. Euro. Die Kreditausweitung betrug damit netto 626 Mio. Euro. (APA)

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