Chronologie: Bau der S7 Fürstenfelder Schnellstraße

2. Juni 2006, 11:48
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Hochrangige Verbindung Oststeiermark-Ungarn - Seit Beginn von Protesten von Anrainern und Umweltschützern begleitet

Voraussichtlich im Jahr 2008 soll laut ÖSAG (Österreichische Autobahnen und Schnellstraßen AG) mit dem Bau der 30 Kilometer langen S7, der Fürstenfelder Schnellstraße, von Riegersdorf zum burgenländischen Grenzübergang Heiligenkreuz nach Ungarn begonnen werden. Bis 2012 soll das rund 500 Mio. Euro teure Projekt fertig gestellt werden. Doch schon im Vorfeld gab es immer wieder unzählige Blockaden und Proteste, die das Vorhaben begleiteten.

Im April 2002 wurde mit der Novellierung des Bundesstraßengesetz die Verantwortung für die Planung und den Bau der S7 an die ÖSAG übertragen. In Kooperation mit den zuständigen Ämtern der Landesregierungen soll die Fürstenfelder Schnellstraße als hochrangige Straßenverbindung zwischen der Südautobahn (A2) in der Steiermark und dem Grenzübergang Heiligenkreuz im Burgenland errichtet werden.

2003: Vorprojekt

Im Jänner 2003 wurde mit der Erstellung des Vorprojektes - der Trassenfindung - begonnen und die erforderlichen Behördenverfahren wie Naturschutz und Wasserrecht durchzuführen. Derzeit erfolgt plangemäß die Vorbereitung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die mit Ende des Jahres für einen ersten Abschnitt eingeleitet werden kann. Dazu werden im Laufe des Jahres 2006 die Detailplanungen der Straße abgeschlossen sein. Die Detailplanungen für die freie Strecke, die Kunstbauten sowie die Tunnelanlagen sind ebenso wie die Detaillierung der Umweltuntersuchungen voll angelaufen. Auch die begleitenden Entlastungsmaßnahmen, wie z.B. der erforderliche Schallschutz, werden in allen Details ausgearbeitet.

Widerstand von Anrainern und Umweltschutzorganisationen hatte sich gegen das Projekt bereits in den Anfängen geregt. Eine der ersten Bürgerversammlungen gegen das Projekt fand im November 2003 im burgenländischen Eltendorf statt. Dazwischen gab es in den Anrainerorten Volksbefragungen, ob man eher gut ausgebaute Ortsumfahrungen oder eine durchgehende Schnellstraße wolle. In diesem Raum liegen mehrere ökologische sensible Feuchtgebiete, wie z. B. ein Natura-2000 und ein Ramsar-Schutzgebiet.

2005: "Wir wollen keinen Transit"

Mitte Mai 2005 machten Gegner des Baus der S7 im Südburgenland erstmals Ernst: Ende Mai wurde mit einer Protestveranstaltung der südburgenländischen Grenzübergang zu Ungarn, Heiligenkreuz, blockiert, in einer gemeinsamen Aktion mit dem Transitforum Austria-Tirol unter dem Motto "Wir wollen keinen Transit". Mit der Maßnahme wollte die "Allianz gegen die S7" als Befürworter eines autobahnfreien Feistritz- und Lafnitztales der Forderung vieler Menschen in der Region Nachdruck verleihen. Die Ergebnisse von Volksbefragungen in Eltendorf, Königsdorf und Deutsch-Kaltenbrunn hätten gezeigt, dass "die Bewohner der Region nicht bereit sind, die negativen Auswirkungen einer solchen Transitautobahn" auf Gesundheit und Lebensgrundlagen hinzunehmen. Die Causa beschäftigte auch den burgenländischen Landtag. (APA)

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