Eisenbahngesetz: SP-NÖ sieht mehrere Linien im Land "vor dem Aus"

11. Juni 2006, 18:57
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Heinzl sieht Mariazellerbahn, Ybbstalbahn und mehrere Strecken im Wald- und Weinviertel betroffen - ÖVP weist Befürchtungen zurück - Kritik an ÖBB-Management

St. Pölten - Im Zuge der Reform des Eisenbahngesetzes, die am vergangenen Dienstag im Nationalrat beschlossen worden war, sieht die SPÖ Niederösterreich mehrere Linien im Land "vor dem Aus". Der St. Pöltner Nationalratsabgeordnete Anton Heinzl (SPÖ) befürchtet demnach eine Schließung der Mariazellerbahn, der Ybbstalbahn und einiger Strecken im Wald- und Weinviertel.

Er ortete in einer Aussendung am Freitag einen von der Bundesregierung ausgestellten "Freibrief" an die ÖBB zur Schließung. "Weder der Bund, noch Länder und Gemeinden haben hinkünftig die Möglichkeit, gegen die Sperre von Bahnlinien ein Veto einzulegen", sagte Heinzl. Angesprochene Strecken wären seit Jahren auf der "schwarzen Liste" des ÖBB-Managements. "Hinkünftig zählen nur mehr die Gewinne der Bahn, der öffentliche Versorgungsauftrag des Nahverkehrs wird praktisch ausgehebelt", so die Kritik von Heinzl.

Reaktion

ÖVP-Nationalratsabgeordneter Alfred Brader wies in einer Reaktion am Freitag die Befürchtungen hinsichtlich der Schließungen von Bahnstrecken zurück, die Heinzl geäußert hatte. "Herr Heinzl hat offensichtlich keine Ahnung." Derzeit arbeite eine Arbeitsgruppe von Bund, Land und den ÖBB an einem neuen Konzept für die Regionallinien in Niederösterreich. "Gerade die Mariazellerbahn wird dadurch ausgebaut werden," sagte Brader. (APA)

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