Hilfe bei drohender Altersblindheit

22. Jänner 2007, 16:14
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Augenchirurgen entdeckten, dass ein Krebsmedikament die altersbedingte Makula Degeneration (AMD) stoppen kann

Nürnberg - Ein Darmkrebs-Medikament verspricht nach neuesten Erkenntnissen von Augenchirurgen Hilfe bei drohender Altersblindheit.

Bei 95 Prozent der damit behandelten 716 Patienten habe der schleichende Sehverlust gestoppt, bei jedem Vierten sogar die Sehfähigkeit erheblich verbessert werden können, berichteten Fachleute am Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (Augenchirurgen/DOC) in Nürnberg.

Alle Patienten hätten unter der so genannten feuchten altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) gelitten. Bei dem Kongress beraten die Mediziner über neue Behandlungsmethoden in der Augenheilkunde.

Bisher Laser - und Cortisontherapie

Bisher hat die Augenerkrankung nach Angaben von Kongress- Präsident und Augenarzt Armin Scharrer (Fürth) nur mit einer aufwendigen Laser- und Cortison-Therapie behandelt werden können. Aber auch diese habe die Krankheit nur vorübergehend aufgehalten.

AMD - Zerstörung von Netzhautteilen

Der erfolgreiche Einsatz der Darmkrebs-Medikamente Avastin, Lucentis und des allerdings noch nicht zugelassenen Präparats Macugen stelle in der Behandlung der Makula Degeneration daher einen Durchbruch dar. Patienten bemerkten die Zerstörung von Teilen der Netzhaut als immer größer werdenden schwarzen Flecken in der Mitte ihres Sehfeldes.

Medikamt stoppt krankhafte neue Blutgefäße

Nach Scharrers Angaben wachsen bei der altersbedingten Makula- Degeneration krankhafte neue Blutgefäße unter der zentralen Netzhaut. Dabei träten Blutbestandteile und Flüssigkeit aus und zerstörten Netzhautzellen. "Eine Injektion des Darmkrebs-Medikaments in den Augapfel kann die Bildung eines neuen Gefäßes wirksam stoppen", erläutert der Fürther Augenmediziner.

Parallele zur Tumorbehandlung

Ähnlich wie der Tumorbehandlung blockiere das Medikament die Bildung des Botenstoffs VEGF, der die neuen Blutgefäße wachsen lasse: Damit würden die Gefäßwucherungen in der Netzhaut verhindert. Das Mittel könne zwar keine abgestorbenen Sehzellen wiederherstellen, aber in Frühstadien das Augenlicht retten. (APA/dpa)

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