Neue TA-Chefs spannen Handy und Festnetz stärker zusammen

12. Juni 2006, 14:41
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Holding-Struktur am 12. Juni im AR - Kombi-Produkte für Handy und Internet in Österreich, Bulgarien und Kroatien

Die börsenotierte Telekom Austria (TA) will die beiden Bereiche Mobilfunk und Festnetz bzw. Internet künftig stärker zusammenspannen und entsprechende Produkt-Kombinationen in Österreich, Bulgarien und Kroatien auf den Markt bringen. Das kündigte das neue TA-Management - Vorstandsvorsitzender Boris Nemsic und dessen Stellvertreter Rudolf Fischer - am Freitag bei einem Pressegespräch an. Die geplante neue Holdingstruktur soll die stärkere Kooperation der beiden Bereiche unterstützen.

Eigenständige Festnetz AG

Konkret ist die Gründung einer neuen, eigenständigen Festnetz AG geplant, die gemeinsam mit der bereits bestehenden Mobilkom Austria AG von einer "schlanken Holding" koordiniert werden soll. Die beiden Unternehmen sollen "gleichberechtigt" sein und "partnerschaftlich agieren", sagte Fischer, der auf einen positiven Beschluss des Aufsichtsrats am 12. Juni hofft. Rechtlich umgesetzt werden soll die neue Struktur dann von der Hauptversammlung im Jahr 2007 - rückwirkend per Jänner 2007. Ein getrennter Börsegang der Mobilkom AG sei derzeit kein Thema, so Nemsic.

Eng

Die Holding werde als Schnittstelle zum Kapitalmarkt das Dach bilden und die TA-Gruppe nach außen vertreten, dort laufen auch strategische Entscheidungen zusammen, sagte Fischer. Festnetz und Mobilfunk sollen "eng abgestimmt" künftig "gemeinsame Produkte entwickeln" und nicht näher bezifferte Kosten- und Synergieeffekte vor allem bei Technik und Marketing heben. Entsprechende Personalanpassungen seien nicht geplant, so Nemsic. Im kommenden Aufsichtsrat sollen die Konzernfunktionen noch genau definiert werden.

"Vier-Augen-Prinzip"

Die Holding wird von Nemsic, Fischer und Finanzvorstand Stefano Colombo geleitet und eine zweistellige Mitarbeiterzahl haben. Vorstände der Mobilkom Austria bleiben wie bisher Nemsic und seine Vorstandskollegen Hannes Ametsreiter und Alfred Gattringer. In der neuen Festnetz AG wird Fischer als Chef fungieren, ihm soll nach dem "Vier-Augen-Prinzip" ein weiterer, neuer Vorstand zur Seite gestellt werden. Dieser könnte TA-Vice President Finance Gernot Schieszler werden, der bessere Karten habe als etwa Festnetz-Produkt- und Technologiemanager Helmut Leopold, hieß es in Unternehmenskreisen.

"Eine bunte Konkurrenzsituation"

Unverändert unter dem neuen TA-Vorstand bleibt die geplante Südosteuropa-Expansion. In Serbien erwartet Nemsic ab Ende Juni ein Auktionsverfahren mit den neun Bietern. Neben der Mobilkom sind an der Übernahme der Mobi 63, deren Mindestpreis inklusive Lizenz mit 800 Mio. Euro festgesetzt wurde, auch Tele2, Telia Sonera, France Telecom, Orascom Telekom, Deutsche Telekom, Emirate Telecommunications Corporation, OJSI und Telenor interessiert: "Eine bunte Konkurrenzsituation", so Nemsic. Die Mobilkom glaube aber weiterhin, dass sie den serbischen Markt am besten kenne und daher "das beste Angebot legen" könne.

In Bosnien ist die TA an der Übernahme der Telekom Srpske interessiert, hier würde die TA erstmals für ein Unternehmen bieten, das Festnetz und Mobilfunk vereint, so Nemsic. Auch in Kroatien und Bulgarien, wo die TA mit Mobiltel und VIPnet tätig ist, hat die Gruppe bereits eine Festnetzlizenz und plant entsprechende Festnetz- und Internetprodukte für Geschäftskunden auf den Markt zu bringen. In Slowenien sei für die si.mobil die Zeit dafür noch nicht reif.

"Kampfpreis"

Den Startschuss für die künftig stärkere Kooperation zwischen Mobilfunk und Festnetz gaben heute zwei neue Kombi-Produkte für fixes und mobiles Breitband mit einem "Kampfpreis" (Nemsic) von 29,90 Euro monatlich sowie - nur in Wien - für Breitband mit bis zu drei Handys um 39,90 Euro monatlich. Die Angebote gelten bis Ende August und im wesentlichen nur für Neukunden und haben eine Mindestvertragsdauer von 18 bzw. 24 Monaten.

Nemsic hat am 24. Mai als TA-Vorstandsvorsitzender die Nachfolge von Heinz Sundt angetreten.(APA)

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