Brennerautobahn nach Blockadeaktion wieder passierbar

2. Juni 2006, 11:48
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Transitgegner verlangten einheitliche Verkehrspolitik zwischen Rosenheim und Verona

Brenner - Nach rund elf Stunden ist am Freitagabend gegen 23.45 Uhr die Brennerautobahn (A13) nach einer Protestaktion von Transitgegnern wieder für den Verkehr freigegeben worden. Die Verkehrsbehinderungen hatten sich in Grenzen gehalten. Ein Verkehrschaos war ausgeblieben.

Frächter und Pkw-Lenker hatten offenbar die Warnungen der Behörden ernst genommen und auf nicht notwendige Fahrten verzichtet. Von der Polizei wurde ein deutlich niedriges Verkehrsaufkommen registriert. Erst für die Morgenstunden wurde wieder mit erhöhtem Lkw-Aufkommen nach Ende des Nachtfahrverbotes für Schwerfahrzeuge ab 05.00 Uhr gerechnet.

"Wir wollen leben!"

Die nach Angaben des Transitforums "1. länderübergreifende Bürgerversammlung" stand unter dem Motto "Wir wollen leben!". Für die Strecke Rosenheim-Verona forderten die etwa 60 Initiativen aus Nord- und Südtirol, Bayern und dem Trentino in ihrem "Brenner-Memorandum" unter anderem ein Lkw-Nachtfahrverbot zwischen 22.00 und 5.00 Uhr, ein Transportverbot für Müll, Abfälle oder Schrott auf der Straße, eine Mauterhöhung auf Schweizer bzw. österreichisches Niveau von 65 Cent pro Lkw und Kilometer sowie intensive Kontrollen der Schwerfahrzeuge. Das Erhalten der Region mitten in Europa als Lebens- und Wirtschaftsraum für die nächsten 20 und mehr Jahre stehe im Mittelpunkt, hieß es.

Der Chef des Transitforums, Fritz Gurgiser, verlangte Sofortmaßnahmen gegen die Auswirkungen des Transitverkehrs. Zum Auftakt der bisher bereits 9. Kundgebung auf einer Autobahn seit 1991 verwies der Tiroler auf das permanente Überschreiten von Grenzwerten, die in Gesundheitsrichtlinien enthalten seien. Auf der wichtigen Nord-/Südachse des Brenners müssten die Schwerfahrzeuge von derzeit zwei Millionen auf eine Million reduziert werden. (APA)

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