Jaguar und Raketen im Angebot

5. Juli 2006, 17:22
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Bundesheer verkauft Waffen - Interessenten können sich bis 7. Juli beim Verteidigungsministerium melden

Wien - Das Bundesheer hat am Freitag offiziell die "Suche von Kaufinteressenten"für Jagdpanzer der Typen Kürassier und Jaguar sowie für Raketen des Typs HOT-2 und HOT-3, Fliegerabwehrkanonen mit Kaliber 2 cm, Panzerabwehrkanonen mit Kaliber 10,5 cm, Granatwerfer mit Kaliber 12 cm und Panzertürme mit Kaliber 10,5 cm aufgenommen.

Das Gerät stammt teilweise aus dem kalten Krieg - die Panzertürme stammen von englischen Centurion-Panzern, die Mitte der Achtzigerjahre zum Schrottpreis gekauft und in die so genannten "festen Anlagen" verbunkert wurden, um feindliche Truppen am Durchmarsch durch das neutrale Österreich zu hindern. Auch die Jagdpanzer Jaguar - Selbstfahrlaffetten für die Lenkraketen HOT - waren in den Neunzigerjahren zum reinen Materialwert gekauft worden. Seither ist aber die Priorität für die Panzerabwehr stark reduziert worden.

Deswegen werden auch die Jagdpanzer Kürassier verkauft: Sie waren in den Achtzigerjahren in großen Mengen bestellt worden, weil ihre Produktion einerseits Arbeitsplätze im Inland sicherte, ihr Export (Bestellungen lagen aus Südamerika vor) aber andererseits politisch nicht opportun erschienen ist. Also wurden die Kürassiere flugs ins österreichische Verteidigungskonzept integriert.

Wer nun solche Andenken an die österreichische (Auf-)Rüstungsgeschichte will, muss nachweisen, was er damit vorhat, unbescholten sein und nach dem Kriegsmaterialgesetz zum Waffenhandel berechtigt sein. Interessenten können sich bis 7. Juli beim Verteidigungsministerium melden. (cs, DER STANDARD, Printausgabe 27./28.5.2006/red)

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