MasterCard mit fulminantem Börsendebüt

4. Juli 2006, 13:46
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Die Aktien des Kreditkartenunternehmens gingen am Donnerstag mit einem satten Plus von fast 18 Prozent aus dem Handel

New York - Das weltweit zweitgrößte Kreditkartenunternehmen MasterCard hat in New York ein fulminantes Börsendebüt gezeigt. Die Aktien gingen am Donnerstag in New York mit einem deutlichen Plus von fast 18 Prozent auf 46,00 Dollar aus dem Handel.

Dabei erfolgte der größte US-Börsengang seit Mai 2004 in einem turbulenten Umfeld. So war das Debüt des Internet-Telefonie-Unternehmens Vonage am Mittwoch noch enttäuschend verlaufen. "Die Märkte waren in den vergangenen Wochen ziemlich rau", sagte MasterCard-Chef Robert Selander in einem Interview von Reuters Television. "Wir hielten es für wichtig für uns, dieses Geschäft abzuschließen." Es war insgesamt der drittgrößte Börsengang in der Finanzbranche, den die Börsenaufsicht SEC jemals registrierte.

Mit 39 Dollar je Aktie hatte MasterCard den Ausgabepreis unterhalb der zuvor angegebenen Angebotsspanne von 40 bis 43 Dollar festgelegt. Mit 61,52 Millionen Aktien brachte das Unternehmen insgesamt 46 Prozent seiner Anteile auf den Markt. Damit betrug das Emissionsvolumen rund 2,4 Milliarden Dollar. Nachdem Goldman Sachs am Donnerstag eine Mehrzuteilungsoption für 4,6 Millionen weitere Aktien ausübte, stieg das Emissionsvolumen auf 2,58 Milliarden Dollar.

Verfahren wegen wettbewerbswidriger Absprachen

Bis auf 650 Millionen Dollar aus den Einnahmen sollen in den Rückkauf von Klasse-B-Aktien des Unternehmens fließen. Dies soll es den rund 1.400 Banken, die MasterCard kontrollieren und dessen Kreditkarten herausgeben, ermöglichen, ihre Beteiligungen zu verringern. Der Börsengang wird die Haftungspflicht der Banken für den Fall verringern, dass MasterCard in ausstehenden Gerichtsverfahren unterliegt. In den Verfahren wird dem Unternehmen sowie Banken die wettbewerbswidrige Absprache von Gebühren vorgeworfen. Unter anderem sind gegen MasterCard Klagen der Konkurrenten American Express und der zu Morgan Stanley gehörenden Discover Card anhängig.

Was von den IPO-Einnahmen übrig bleibt, soll für Rechtsverfahren sowie regulatorische Verfahren und schließlich für eine Expansion des Unternehmens aufgewendet werden, wie aus dem IPO-Prospekt hervorging. "Diese Kapitalbasis verleiht uns nach meiner Einschätzung enorme Flexibilität, um mit allen möglichen Risiken umzugehen und die Wachstumsgelegenheiten zu ergreifen, die sich auf dem weltweiten Zahlungsmarkt ergeben", sagte Selander. Analysten zufolge könnte die Nummer zwei der Kreditkartenbranche nach Visa mit dem Börsengang zu einem Übernahmekandidaten werden, andererseits aber auch selbst eine günstigere Ausgangsposition für eigene Akquisitionen erreichen. (APA/Reuters)

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