Filmindustrie soll Hacker für Einbruch auf Bittorrent-Seite bezahlt haben

19. Oktober 2006, 15:15
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Torrentspy bringt Klage gegen die MPAA ein - Ziel soll Diebstahl von vertraulichen Unterlagen gewesen sein

Die rechtlichen Beziehungen zwischen der Film- und Musikindustrie einerseits und diversen Bittorrent-Seiten andererseits sind meist recht einseitiger Natur: RIAA und MPAA ziehen gern mit Klagen gegen ihre GegnerInnen zu Felde. Nun hat die Bittorrentseite Torrentspy aber den Spieß umgedreht und Klage gegen die MPAA eingereicht, die sich im Zuge dessen mit schweren Vorwürfen konfrontiert sieht.

Bezahlter Einbruch

So soll die Organisation der US-amerikanischen Filmindustrie um 15.000 US-Dollar einen Hacker angeheuert haben, der damit beauftragt wurde, auf den Rechnern von Torrentspy einzubrechen und persönliche Mails und andere Dokumente zu stehlen. Auf diese Weise sollen unter anderem Infos zu den Geschäftseinnahmen von Torrentspy in den Monaten Jänner bis Juni 2005 in die Hände der MPAA gelangt sein. Neben Torrentspy soll der Hacker auch auf andere Bittorrent-Seiten angesetzt worden sein.

Beweise

Die MPAA weist die entsprechende Vorwürfe zwar zurück, laut Angaben der Anwältin von Torrentspy, Ira Rothken, gebe es aber eindeutige Beweise für den Vorgang. So habe der angeheuerte Hacker mittlerweile seine Tätigkeiten eingestanden und kooperiere nun mit Torrentspy. Dadurch sei man im Besitz einer schriftlichen Vereinbarung, die neben dem Hacker von einer MPAA-Führungsperson unterzeichnet worden sei.

Zwist

Die Filmindustrie versucht bereits seit geraumer Zeit Seiten wie Torrentspy gerichtlich in die Knie zu zwingen, während sich die BetreiberInnen auf der sicheren Seite sehen: Torrentspy sei kein "Tracker" im eigentlichen Sinn sondern lediglich eine spezialisierte Suchmaschine, genau so gut könnte man dann Google abschalten, so die Argumentation der MacherInnen. (red)

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