Pörtschach: Marach und Melzer out

7. Juni 2006, 11:48
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Im Viertelfinale war gegen die Routiniers Pavel bzw Novak Endstation

Pörtschach - Das Einzel-Halbfinale beim Hypo Group International (323.250 Euro) geht am Freitag ohne österreichische Beteiligung in Szene: Nach Oliver Marach (4:6,2:6 gegen Andrej Pavel) kam am Donnerstag auch für den favorisierten Jürgen Melzer gegen den Tschechen Jiri Novak das Aus. Der 25-jährige Niederösterreicher konnte seine Finalteilnahme aus dem Vorjahr nicht verteidigen und unterlag trotz 7:6,4:2-Vorsprung mit 7:6(7),4:6,4:6.

Mit Melzer biss sich wieder einmal ein Österreicher an Novak die Zähne aus. Dabei hatte der mittlerweile 31-jährige Tscheche 2006 bisher lediglich zwei Turniere gespielt und dabei in Rom und Hamburg jeweils in Runde eins verloren. Ausgerechnet am Wörthersee fand der unberechenbare Novak aber zu seiner alten Form zurück und eliminierte nach Björn Phau (GER) und dem als Nummer 5 gesetzten Juan Ignacio Chela (ARG) auch Melzer.

Dabei hatte es für den Weltranglisten-75. im Duell mit der Nummer 127 schon so gut ausgeschaut. Nach dem hart umkämpften ersten Satz gelang Melzer sofort ein Break und als Novak mehrere Rebreak-Chancen ausgelassen und Melzer auf 4:2 gestellt hatte, glaubte man schon an den Halbfinal-Einzug. "Da hat er gesagt: Jetzt fehlen nur noch zwei Games, ich weiß auch nicht, warum er das gesagt hat. Natürlich fängt man dann zum Nachdenken an", berichtete Melzer von einem mentalen Trick Novaks. Zum 4:4 gelang Novak das Rebreak, dann wehrte er selbst zwei Breakbälle ab und nahm Melzer neuerlich das Service zum Satzgleichstand ab.

Auch im Entscheidungs-Durchgang hatte es der Schützling von Karl-Heinz Wetter durchaus in der Hand, das Match neuerlich zu drehen. Doch einem Break zum 2:1 folgte unmittelbar darauf das Rebreak. Auch das 3:3 nach sechs abgewehrte Breakchancen von Novak knackte den Tschechen nicht. Novak gelang das entscheidende Break zum 6:4.

"Am Schluss war die Nervosität kaum noch zu überbieten. So weit darf es nicht kommen, es ist halt schade", bedauerte Melzer. "Er hat in den engen Situation ich weiß nicht wie viele Linien getroffen."

Bereits zuvor war für Oliver Marach in seinem ersten ATP-Tour-Viertelfinale Endstation gewesen: Der 25-jährige Steirer musste dem Rumänen Andrej Pavel nach 88 Minuten mit 4:6,2:6 geschlagen geben. Eine leichte, gleich zu Beginn des Spiels zugezogene Knöchelverletzung behinderte Marach, der sich nach Ende des ersten Satzes einen Tape-Verband anlegen ließ.

Marach hatte sich die Blessur schon im ersten Game zugezogen. "Da bin ich bei einem Stopp ein bisserl umgeknöchelt, dann hat mir der Fuß die ganze Zeit wehgetan." Vor allem beim Aufschlag sei er beim Absprung gehandicapt gewesen, allerdings gratulierte die aktuelle Nummer 97 der Welt. "Er hat einen Super-Tag erwischt, hat sehr viel variiert, war oft am Netz und tolle Stopps gespielt."

Ein frühes Break brachte die Vorentscheidung in Satz eins, als Marach bei 4:5 insgesamt vier Bälle zum Rebreak ungenützt ließ. Im zweiten Satz begann Pavel nach der Verletzungspause des Österreichs gleich mit einem Break und setzte ein zweites zum 4:1 nach. Pavel nützte den 4. Matchball zum Sieg und trifft nun auf Luis Horna (PER-7).

Marach resümierte dennoch zufrieden mit seiner Woche und fährt zuversichtlich zu den French Open. "Ich kann mir nichts vorwerfen, habe sehr gut gespielt und hätte andere Spieler heute schlagen können. Die Schläge passen, ich bin super drauf und freue mich auf Paris." Er hofft auf eine gute Auslosung, und will dann "ein, zwei Runden gewinnen". (APA)

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