Vertrauensschaden für OMV-Chef

28. Juni 2006, 14:19
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Börse jubelte über Niederlage des Managements: OMV-Aktien stiegen am Mittwoch um fünf Prozent

Selten zuvor hatte eine Niederlage des Managements so viel Jubel an der Börse ausgelöst wie am Mittwoch, als die Anleger das Scheitern der OMV-Verbund-Fusion mit kräftigen Kursgewinnen für den Öl- und Gaskonzern quittierten. Die OMV-Aktien stiegen um fünf Prozent auf 45,15 Euro, nachdem sie zwischenzeitlich schon zehn Prozent dazu gewonnen hatten. Die Verbund-Aktien brachen hingegen um elf Prozent auf 35,10 Euro ein - die Übernahmefantasie war weg.

Analysten sehen beide Papiere mit Aufwärtspotenzial. Die Verbund-Papiere hätten auch vor dem Übernahmeangebot eine gute Entwicklung hingelegt und dürften mit einem starken zweiten Quartal für gute Nachrichten sorgen, sagte die CA IB. OMV-Aktien seien nach den jüngsten Verlusten wieder günstig.

Zuckerlzwang für Ruttenstorfer

Das Management der OMV habe sicherlich durch das Scheitern einen Vertrauensschaden erlitten, warnte allerdings CA-IB-Chefanalyst Alfred Reisenberger. "Es ist jetzt wichtig, dass das OMV-Management offen auf den Kapitalmarkt zugeht und vielleicht das eine oder andere Zuckerl anbietet." Dazu könnte eine Erhöhung der Dividende oder die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms gehören. Auch in der Deutschen Bank bestätigten Analysten ihre Kaufempfehlung für OMV-Aktien, aber sie reduzierten das Kursziel von 55 auf 50 Euro. Das Vertrauen in das OMV-Management sei durch das Scheitern der Verbund-Übernahme beschädigt und rechtfertige einen zehnprozentigen Management-Abschlag.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nahm das Langfrist-Rating für den Verbund nach dem Scheitern der Fusion vom Prüfstand. Das Rating "A" wurde bekräftigt. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.5.2006)

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