Britischer Flughafenbetreiber BAA will Übernahme verhindern

12. Juni 2006, 14:46
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Eigenen Wert auf zehn Milliarden Pfund beziffert - Mit Dividendenerhöhung soll Ferrovial-Angebot abgewehrt werden

London - Der britische Flughafenbetreiber BAA hat seinen Mindestwert für eine Übernahme definiert und gleichzeitig eine Dividendenerhöhung zur Abwehr eines unerwünschten Angebots von Ferrovial angekündigt. BAA bezifferte den eigenen Wert am Donnerstag auf mindestens zehn Mrd. Pfund (14,6 Mrd. Euro). Die spanische Gruppe bot zuletzt 8,75 Mrd. Pfund.

Den Aktien von BAA bescherte dies Kursverluste. Unter Anlegern machte sich die Einschätzung breit, dass ein erfolgreiches Übernahmeangebot unwahrscheinlicher geworden ist - zumal die britische Kartellbehörde OFT den britischen Flughafenmarkt unter die Lupe nehmen könnte. BAA betreibt Flughäfen, über die 63 Prozent aller Passagiere Großbritannien auf dem Luftweg erreichen oder verlassen.

BAA-Titel im Minus

BAA teilte mit, sein Board sehe den Wert des Unternehmens deutlich über 940 Pence je Aktie. Ferrovial bietet 810 Pence. Der BAA-Titel rutschte in London 6,4 Prozent ins Minus auf 781 Pence. Ferrovial-Aktien legten in Madrid 0,3 auf 59,00 Euro zu. Jeder Bieter solle sich darauf einstellen, für den Kauf des weltgrößten Flughafenbetreibers eine Prämie zu zahlen, kündigte BAA weiter an. "Wir haben heute eine ganz klaren Blick auf den Wert von BAA eröffnet", erklärte Unternehmenschef Mike Clasper. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dorthin kommen können. Unsere Aktionäre sollten bei BAA bleiben."

Ferrovial hatte von den europäischen Wettbewerbsbehörden grünes Licht für sein BAA-Angebot erhalten. Dem britischen Unternehmen gehören die drei Londoner Flughäfen Heathrow, Gatwick und Stansted, drei weitere Airports in Schottland sowie ein weiterer im südenglischen Southampton. Zudem ist BAA im Ausland an zwölf Flughäfen beteiligt.

BAA stellte eine Dividendenerhöhung für 2006 in Aussicht. Mit der um 40 Prozent auf 31,5 Pence je Aktie erhöhten Ausschüttung und einer weiteren auf 33,7 Pence für 2007 wurde die Abwehr des Ferrovial-Angebots verstärkt. Zudem hielt BAA am geplanten Aktienrückkauf im Wert von 750 Mio. Pfund fest. "Wir bleiben entschlossen dabei, dass dieses Unternehmen nicht an das Ferrovial-Konsortium oder irgendeinen anderen Billigbieter verkauft werden sollte", BAA-Chairman Marcus Agius. (APA/Reuters)

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