Regierungschef plant Auszug aus Parlament

1. Juni 2006, 15:20
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Paläste der Ministerien sollen für Defizitverringerung verkauft werden - Modernes Regierungsviertel geplant

Budapest - Ungarische Ministerien werden aus ihren altehrwürdigen Gebäuden in der Pester Innenstadt in moderne Bürogebäude ziehen, berichtet die ungarische Tageszeitung "Nepszabadsag". Die majestätischen Paläste sollen von der Regierung verkauft und damit das hohe Budgetdefizit verringert werden. Genannt werden als Beispiele die Gebäude des Wirtschafts-, Kultus- und Innenministeriums.

Der Ministerpräsident und sein Amt sollen nach Medieninformationen aus dem Parlamentsgebäude in das Gebäude des bisherigen Agrarministeriums ziehen, das gegenüber dem Parlament auf der anderen Seite des Kossuth-Platzes steht. Dieses Haus bliebe das einzige altehrwürdige Gebäude in Regierungshand.

Ausschreibung für Regierungsviertel

Seit der politischen Wende 1990 hatte es immer wieder Bestrebungen gegeben, den Apparat der Würdenträger aus dem Parlament ausziehen zu lassen. Im Fall des Staatspräsidenten war das gelungen, der mit seinem Amt in den Sandor-Palast auf den Burgberg zog.

Nach den Vorstellungen des Kabinetts soll eine Ausschreibung zum Bau eines Regierungsviertels erfolgen, das in einem Außenbezirk von Budapest verwirklicht werden soll. Nach Auftrag des mit der Regierungsbildung beauftragten Premiers Ferenc Gyurcsany sollen die Experten bis Ende des Sommers einen Plan hinsichtlich der "neuen Unterbringung eines kleineren, effektiveren Regierungsapparates" erarbeiten. (APA)

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