Schwiegersohn des Präsidenten verhaftet

14. Juni 2006, 15:13
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Verdacht auf Insiderhandel - Umfragewerte Präsident Chens unter zwanzig Prozent gesunken

Taipeh - Der Schwiegersohn des taiwanischen Präsidenten Chen Shui Bian ist am Donnerstag unter dem Verdacht des Insiderhandels festgenommen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden am Tag zuvor auch Chao Chien Mins Eltern, sein Bruder und seine Schwägerin verhört. Chao hatte Aktien des angeschlagenen Unternehmens Taiwan Development gekauft, die anschließend deutlich an Wert zulegten.

Chao wies die Vorwürfe zurück. Seine Angaben deckten sich jedoch nicht mit denen seiner Verwandten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Taipeh. Um die Zerstörung von Beweismitteln zu verhindern, werde Chao weiter festgehalten. Bereits in der vergangenen Woche waren im Zusammenhang mit den Vorwürfen zwei Geschäftsleute festgenommen worden, ein Gericht billigte am Donnerstag außerdem die Festnahme des Verwaltungsratschefs von Taiwan Development.

Die Umfragewerte von Präsident Chen sind auf weniger als 20 Prozent gesunken, das ist der niedrigste Wert in seiner bisherigen Amtszeit. Er hatte sein Amt im Jahr 2000 mit dem Versprechen angetreten, entschlossen gegen Korruption in den Reihen der Regierung vorzugehen. (APA/AP)

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    Chao Chien Min bei seiner Festnahme

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