Bisher keine Einigung über UNO-Mission

23. Juni 2006, 11:13
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Gespräche zwischen UNO-Gesandtem und Regierung bisher erfolglos -Neuerliche Kämpfe im Südsudan

Khartum/Nairobi - Der UNO-Gesandte Lakhdar Brahimi hat bei Gesprächen mit der sudanesischen Regierung am Mittwoch keine Einigung über den möglichen Einsatz einer UNO-Mission in der Krisenregion Darfur erzielt. "Es gibt noch keine Entscheidung", sagte ein Regierungssprecher. Der UNO-Sicherheitsrat hatte Khartum eine Frist bis Mittwoch gesetzt, um ein Vorbereitungsteam nach Darfur reisen zu lassen.

Die sudanesische Regierung weigert sich bisher, die schlecht ausgestattete Friedensmission der Afrikanischen Union in Darfur durch eine UNO-Truppe ablösen zu lassen. Brahimi wollte am Donnerstag mit Präsident Omar al-Bashir zusammentreffen.

Unterdessen ist im Süden des Landes neue Gewalt aufgeflammt. Nach Informationen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wird in den Provinzen Obernil und Jonglei seit Anfang April wieder gekämpft. Aus Sicherheitsgründen flog die Organisation einige ihrer internationalen Mitarbeiter aus. In einem Ort musste alle Patienten eines Gesundheitszentrums fliehen, unter ihnen 120 Tuberkulosekranke. Das Zentrum wurde geplündert und zerstört.

Die Vereinten Nationen werfen dem Sudan vor, den im Jänner 2005 unterzeichneten Friedensvertrag für den Süden nicht einzuhalten. Kritiker würden misshandelt, eingesperrt oder drangsaliert, heißt es in einem in dieser Woche veröffentlichten Bericht des UNO- Hochkommissariats für Menschenrechte. (APA)

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