Polizei nimmt nach Anti-Terror-Einsatz neun Verdächtige fest

5. Juni 2006, 14:35
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Zwei Personen nach Einvernahme wieder auf freiem Fuß - Polizei-Sprecher: "Keine unmittelbare Bedrohung"

London - Bei einem groß angelegten Anti-Terror-Einsatz hat die britische Polizei neun Menschen festgenommen. Die Verdächtigen stammten aus Libyen, meldete die britische Nachrichtenagentur Press Association am Mittwoch unter Berufung auf ungenannte Quellen; die BBC berichtete, die Festnahmen hätten mit der Libyschen Islamischen Kampfgruppe (LIFG) zu tun. Die Polizei wollte sich dazu nicht äußern.

Der Einsatz begann den Angaben zufolge um 04.00 Uhr MESZ. Ein Mann wurde in Merseyside und sieben weitere in Manchester im Nordwesten von England festgenommen; zur neunten Festnahme machte die Polizei keine Angaben. Zwei Verdächtige kamen nach kurzer Zeit frei.

"Keine unmittelbare Bedrohung"

Eine "unmittelbare Bedrohung" für das Vereinigte Königreich gebe es derzeit nicht, sagte ein Sprecher der Polizei in Manchester. Der Einsatz richte sich gegen Menschen, die im Ausland den Terrorismus unterstützt haben könnten. Die Polizei habe zusammen mit dem britischen Inlandsgeheimdienst MI5 "mindestens ein Jahr lang" Hinweise darauf gesammelt, wie terroristische Umtriebe außerhalb Großbritanniens finanziert und unterstützt worden seien. Die LIFG hat nach Angaben der Vereinigten Staaten Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida (al-Qaeda) von Osama bin Laden.

Die Polizei durchsuchte nicht nur Häuser in Manchester und Merseyside, sondern auch in Middlesborough im Nordosten von England sowie in London. An dem Einsatz waren rund fünfhundert Beamte beteiligt. (APA)

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    Eine Polizeibeamtin hinter einer Absperrung während der Anti-Terror-Aktion in Manchester.

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