Bayer darf Schering schlucken

7. Juni 2006, 14:43
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Die Hochzeit der beiden Pharmariesen ist perfekt: Die EU geneh­migt die 16,5 Milliarden Euro schwere Über­nahme ohne Auflagen

Brüssel - Der Weg für den deutschen Pharma-Branchenführer Bayer-Schering ist frei: Die EU-Kommission billigte den Zusammenschluss ohne Auflagen. Die Transaktion hat einen Wert von 16,5 Mrd. Euro. Die Produktpalette der Unternehmen ergänze sich weitgehend, berichtete die Kommission am Mittwoch in Brüssel nach einer vierwöchigen Untersuchung.

Hohe gemeinsame Marktanteile gebe es nur in Portugal, Irland und Österreich bei verschreibungspflichtigen Mitteln für Pilzerkrankungen. Der freie Wettbewerb in der Union werde aber dadurch nicht beeinträchtigt. Der neue Verbund sei einer Reihe von starken Konkurrenten konfrontiert.

Starke Konkurrenz

Zu einer erheblichen Einschränkung des Wettbewerbs wird es nach Einschätzung der Kommission aber nicht kommen, da das fusionierte Unternehmen auf eine Reihe starker Konkurrenten treffe, so die Behörde. Auch gebe es für die betroffenen Märkte keine besonderen Zutrittsschranken zu Lasten von Mitbewerbern. Bayer war Ende März als so genannter Weißer Ritter eingesprungen, um eine feindliche Übernahme von Schering durch den Darmstädter Konkurrenten Merck abzuwehren.

Der Leverkusener Chemiekonzern Bayer bietet nach früheren Angaben 86 Euro je Aktie. Die künftige "Bayer-Schering- Pharma" wird mit einem Jahresumsatz von neun Milliarden Euro im reinen Pharma-Geschäft deutscher Marktführer sein.

Niederlage von Merck

Schering hatte vor dem Bayer-Angebot eine Attacke des Pharmaherstellers Merck abgewehrt. Die EU-Kommission prüft Zusammenschlüsse von Unternehmen, wenn diese einen gemeinsamen Jahresumsatz von mehr als fünf Milliarden Euro haben.

In den USA liege die Freigabe bereits seit dem 21. April 2006 vor, betonte der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern. Eine weitere Bedingung, unter der das Übernahmeangebot jetzt noch steht, ist das Erreichen der Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent bis zum 31. Mai 2006. Bayer-Chef Werner Wenning warb am Mittwoch erneut für die Annahme des Angebots. (APA/dpa/AFP)

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    Der Weg für den deutschen Pharma-Branchenführer Bayer-Schering ist frei.

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