Rewe offen für Teil-IPO

1. Juni 2006, 17:39
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Die Deutschland-Mutter von Billa Merkur & Co verschließt sich erstmals einem Börsegang nicht mehr

Frankfurt - Deutschlands zweitgrößte Einzelhandelsgruppe Rewe verschließt sich einem Börsengang als Finanzierungsmittel nicht mehr. In Österreich ist Rewe mit ihren Läden Billa, Merkur, Penny und der Kooperation mit der Vorarlberger Lebensmittelkette Sutterlüty vertreten.

Finanzierungsinstrumente

"Wenn man es braucht, sollte man alle Finanzierungsinstrumente verwenden", sagte Rewe-Chef Achim Egner der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe). "Wir müssen jetzt investieren und die Dinge in den nächsten zwei bis drei Jahren nach vorne bringen. Wenn man dazu Finanzierungsinstrumente benötigt, gibt es auch bei unseren Eigentümern, den Genossen, keine Denkbarrieren." Egners Vorgänger Hans Reischl hatte die Börse als Option stets abgelehnt.

Ein Rewe-Sprecher sagte, es gebe aber keine Pläne, die gesamte Rewe-Gruppe an die Börse zu bringen - dies sei auch wegen der genossenschaftlichen Struktur nicht möglich. Es gebe allerdings keine Denkverbote, möglicherweise einmal einen Filialbetrieb der Gruppe oder einen Teil der Rewe-Logistik an den Aktienmarkt zu bringen. Es gebe aber auch hierfür keine konkreten Pläne. Auch sei keine Bank mit der Vorbereitung beauftragt. Zu den Filialbetrieben gehören beispielsweise die Einzelhandelskette Minimal oder die Baumarktgruppe Toom.

Für die Expansion der Hauptsparte Handel habe Rewe die Mittel, eine Übernahme über zwei Milliarden Euro zu stemmen, sagte Egner laut der Zeitung weiter. Zukäufe seien in Südeuropa denkbar, beispielsweise in Griechenland. In der Touristik erwäge Rewe die Einführung einer Dachmarke für die Konzerngesellschaften wie etwa Jahn, ITS oder Tjaereborg, sagte der Rewe-Chef. (APA/Reuters)

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