Deutsche Wirtschaftsstimmung trübt ein

8. Juni 2006, 16:15
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ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai erstmals seit fünf Monaten gesunken

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai nach einem Rekordwert im Vormonat leicht verschlechtert. Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel nach einem kontinuierlichem Anstieg in den vergangengenen fünf Monaten um 0,3 Punkte auf 105,6 Punkte, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Mittwoch mitteilte.

Im April hatte der Index mit 105,9 Punkten ein neues 15-Jahres-Hoch erreicht. Durch den leichten Rückgang habe sich an den "insgesamt positiven Konjunkturaussichten" aber nichts geändert, erklärte ifo-Vorstandsmitglied Gebhard Flaig. Davon zeigte sich auch das Bundeswirtschaftsministerium überzeugt.

West- Ost-Gefälle

Die 7.000 befragten Unternehmen bewerteten ihre derzeitige Lage sogar noch besser als im April. Der entsprechende Index stieg von 106,4 auf 107,3 Punkte. Die Erwartungen der Firmen für die kommenden sechs Monaten verschlechterten sich dagegen: Der entsprechende Teilindex sank von 105,5 auf 104 Punkte. In Ostdeutschland war der Rückgang des Geschäftsklimaindex insgesamt "etwas ausgeprägter" als im Bundesdurchschnitt.

Ihre Exportchancen bewerteten die Firmen den Angaben zufolge weiterhin "robust" und stuften sie sogar noch etwas besser als im April ein. Im Großhandel verbesserte sich der Geschäftsklimaindex, im Bauhauptgewerbe und im Einzelhandel blieb er nahezu stabil. Dabei bewerteten die Unternehmen auch in diesen drei Bereichen jeweils ihre aktuelle Lage positiver, während ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate etwas weniger zuversichtlich waren.

Der Geschäftsklimaindex spricht nach Ansicht des deutschen Wirtschaftsministeriums für "unverändert positive Konjunkturaussichten": Es sei kein Abbrechen der aufwärts gerichteten Industriekonjunktur zu erwarten. Der CDU-Wirtschaftsexperte Matthias Wissmann erklärte, die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland nehme weiter zu. Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, Rainer Brüderle, forderte die Bundesregierung auf, die Arbeitsmärkte flexibler zu machen. Nur dann könne auch das Beschäftigungsniveau wieder steigen. (APA/AFP)

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