4. Juli 2006, 21:41
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"Der Einfluss der Politik in Slowenien ist unerträglich." Mit diesem Titel ist in der Laibacher Wirtschaftstageszeitung "Finance" ein Interview mit Horst Pirker, Vorstandsvorsitzender der Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") erschienen. Der Medienkonzern ist mit 25,7 Prozent an der zweitgrößten slowenischen Zeitung "Dnevnik" beteiligt und gibt die Gratis-Wochenzeitung "Zurnal" (Auflage: 250.000) heraus.

Nicht mehr ganz oben auf der Prioritätenliste

Slowenien sei auf der Prioritätenliste der Styria nicht mehr ganz oben, gegenwärtig seien die Projekte im südlichen Nachbarland nicht mehr interessant, so Pirker. "Im Prinzip" sei für die Styria aber jedes Medium interessant. Die Idee einer neuen Tageszeitung in Slowenien sei zwar "noch aktuell", aber dafür müssen normale geschäftliche Verhältnisse hergestellt werden. "Weil diese Verhältnisse nicht bestehen, haben wird unsere vorrangigen Aufgaben redefiniert". Die Regierung beaufsichtige die Medien "immer stärker". Lediglich die im Besitz der schwedischen Verlags Bonnier stehende Wirtschaftszeitung "Finance" und "Zurnal" seien ohne politische Aufsicht.

Zugleich versicherte Pirker ein Festhalten am Engagement im "Dnevnik", obwohl der deutsche Medienkonzern WAZ vor einigen Tagen ein Viertel der Aktien für 15 Millionen Euro gekauft hat. 15 Millionen seien "ein mutiger Preis", die Erfolgserwartungen müssen groß sein, die Erträge werden also hoch sein. "Das ist für uns als Miteigner gut."

"Einfluss der Politik unerträglich"

Laut Pirker lassen sich Medienprojekte in Slowenien schwerer realisieren als in Österreich oder Kroatien, denn hier herrschten "ungewöhnliche" Verhältnisse. "Der Einfluss der Politik ist unerträglich", er sei "traditionell" und so stark wie schon früher einmal, sagte er in Anspielung auf das kommunistische Regime. "In slowenischen Medien kann ohne politische Genehmigung nichts geschehen. Die Muster des politischen Einflusses sind gleich, egal ob sie von rechts oder von links kommen", erklärte der Styria-Chef. (APA)

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