Elton Johns Vampir-Musical blutleer

1. Juni 2006, 15:57
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Nach fünf Wochen am Broadway abgesetzt - Pop-Sänger gewann derweil Medienprozess

New York/London - Das Vampir-Musical "Lestat" mit Musik von Elton John (59) wird am Broadway nach nur fünf Wochen abgesetzt. Die Produktionsgesellschaft Time Warner teilte am Mittwoch mit, dass die Zehn-Millionen-Dollar-Produktion am Sonntag enden werde. Das New Yorker Theater war in der vergangenen Woche nur noch zur Hälfte besetzt. Nach verheerenden Kritiken war die Zahl der Zuschauer ständig gesunken. Die "New York Times" hatte "Lestat" als "Schlafpille" bezeichnet, die "New York Post" spottete: "Dies ist ein Musical, das höchstens dem Chefbuchhalter einer Blutbank gefallen könnte."

Das Musical basiert auf Vampir-Romanen der amerikanischen Fantasy- Autorin Anne Rice, deren Buch "Interview With The Vampire" 1994 mit Brad Pitt und Tom Cruise verfilmt worden war. Es ist bereits das dritte am Broadway gescheiterte Vampir-Musical. 2002 endete eine Inszenierung nach dem Roman-Polanski-Film "Tanz der Vampire" nach nur zwei Monaten, 2004 musste "Dracula, the Musical" mit großen Verlusten eingestellt werden. Das Fachblatt "Variety" empfiehlt denn auch: "Es ist Zeit, den Sarg endgültig zuzunageln."

Angebliche Warnung an die Gäste

Der britische Pop-Sänger Elton John (59) hat am Mittwoch eine Verleumdungsklage gegen eine Boulevardzeitung gewonnen und erhält Schadenersatz in Höhe von umgerechnet etwa 146.000 Euro. Die "Daily Mail" hatte im Juni 2005 über sein angeblich "bizarres Benehmen" während einer Wohltätigkeitsparty berichtet. Bereits im Februar erhielt Elton John Schadenersatz in unbekannter Höhe von der "Sunday Times", die den Bericht nachgedruckt hatte.

Elton John habe vor der Party die Gäste davor gewarnt, sich ihm zu nähern, hatte die "Daily Mail" berichtet. Der Sänger benehme sich "wie ein altmodischer Monarch oder ein Diktator und lege arrogantes, unverschämtes Benehmen an den Tag", schrieb das Blatt weiter.

Eine solche Warnung an die Gäste habe es nicht gegeben, sagte der Anwalt von Elton John, Nigel Tait. Auf solchen Partys rede der Sänger mit so vielen Leuten wie möglich, um sich bei ihnen für ihre Spenden zu bedanken, erklärte Tait weiter. Die Entschädigung werde der Aids-Stiftung von Elton John zu Gute kommen. Sie wurde 1992 gegründet und erhielt bisher umgerechnet rund 73 Millionen Euro an Spenden. In den vergangenen Jahren kamen auch Teile der Einnahmen des Wiener Life Balls der Elton John Aids Foundation für internationale Projekte zu Gute. (APA/dpa)

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    Kampflächeln: Elton John bei der 'Chopard Party' in Cannes

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