Grasser bekräftigt Vorwürfe gegen Vorstände

28. Juni 2006, 14:19
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Finanzminister: 51-prozentiger Staatsanteil an geplantem Gemeinschaftsunternehmen wäre "undenkbar" und "katastrophales Signal für Finanzplatz" gewesen

Wien - Finanzminister Karl-Heinz Grasser sieht in den Generaldirektoren von OMV und Verbund, Wolfgang Ruttenstorfer und Hans Haider, also in den Proponenten des Vorschlags, die Hauptverantwortlichen dafür, dass der OMV-Verbund-Deal letztlich geplatzt ist. Das Zusammengehen sei offensichtlich nicht genug vorbereitet gewesen, sagte Grasser heute, Mittwoch, im ORF-Mittagsjournal.

Dass der Staat, wie von den Landeshauptleuten gewünscht, 51 Prozent am geplanten Gemeinschaftsunternehmen gehalten hätte, wäre "undenkbar" und ein "katastrophales Signal für Finanzplatz" gewesen, meinte Grasser weiter.

"Wenn zwei Vorstände einen derartigen Vorschlag machen, die die Spielregeln kennen, sollte man meinen, dass drei entscheidende Fragen geklärt sind", so Grasser, nämlich dass man für das geplante Zusammengehen von Verbund und OMV einen nationalen Schulterschluss über die Parteigrenzen hinweg und einen Konsensus zwischen Bund und Ländern in solch einer wichtigen energiepolitischen Frage brauche.

Reihe offener Fragen

Außerdem habe es eine ganze Reihe von offenen Fragen gegeben, der Markt habe nicht an das Zusammengehen geglaubt, und die Frage, was wäre die Vorteile für Kunden, Investoren und Anleger gewesen. Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben seien, sei es klüger, dem Ganzen ein Ende zu machen.

Um die Frage der Wasserkraft sei eine Eigendynamik entstanden, die Vorstände hätten darauf "keine glasklare Antwort" geben können, so Grasser weiter. Er selbst sei in die Vorbereitung nicht eingebunden gewesen, aber in der Frage, des Austauschverhältnisses zwischen Verbund- und OMV-Aktien sei es auch um die Interessen der Steuerzahler gegangen, die er geprüft habe.

Den Vorständen von OMV und Verbund sei eine notwendige "breite politische Lösung" nicht gelungen. Der Deal sei "offensichtlich nicht gut vorbereitet" und es seien "zu viele Fragen offen" gewesen, sagte der Finanzminister. (APA)

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    Das Zusammengehen sei offensichtlich nicht genug vorbereitet gewesen, sagte Grasser.

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