Internationale Narkosejagd-Experten suchen Bären

9. Juni 2006, 11:26
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Tier soll vor den Jägern geschützt werden - WWF gegen Schießbefehl

Innsbruck - Meister Petz muss in Tirol weiterhin um sein Leben fürchten. Der Schießbefehl im Bezirk Reutte blieb auch am Mittwoch trotz anreisender Expertengruppe auf dem Gebiet der Narkosejagd aufrecht. Vorerst versteckte sich der Braunbär, der nach seinem Ausflug nach Bayern wieder in Österreich vermutet wird, weiter erfolgreich.

Experten aus Rumänien, Skandinavien, Slowenien und aus dem Zoo Schönbrunn sollen ihn vor den Tiroler Jägern retten und in ein Reservat nach Deutschland bringen. "Wir haben der Bezirkshauptmannschaft Reutte verschiedene Möglichkeiten für den Fang des Bären vorgestellt. Leider wurden uns vom Land Tirol aus Tierschutzgründen keine Schlingenfalle erlaubt. Die wären Erfolg versprechender gewesen, als die Röhrenfalle, mit der wir jetzt arbeiten müssen", erklärte WWF-Österreich-Sprecherin Susanne Grof. Für sie sei es wahrscheinlicher, dass der Bär abgeschossen werde, als dass er in die Falle das WWF gelockt werden könne, daher hätten sie sich an die internationalen Experten gewandt.

Der Abschussauftrag richte sich an die Jäger in Reutte, die Alternativen vom WWF würden parallel laufen, erklärte Bezirkshauptmann Dietmar Schennach. Natürlich würden die Weidmänner versuchen, den Bären zuerst in eine Falle zu locken, der Schießbefehl sei, davon unabhängig, jedoch weiter aufrecht.

Ob es sich bei dem Tier um den Bruder von "JJ2" handelt, ein Männchen eines Wiederansiedelungsprojektes im Trentino, sei noch nicht bestätigt worden, sagte Grof. Drei Mitarbeiter des WWF seien seit einer Woche an Ort und Stelle in Tirol. "Hier handelt es sich für uns um einen Notfalleinsatz", so Grof. Das letzte Mal wurde der Bär in Tirol am 17. Mai in Flach im Lechtal (Bezirk Reutte) gesehen. (APA)

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