"AIDS muss wieder ins Bewusstsein "

25. Mai 2006, 12:51
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AIDS war keine Modeerscheuning der 80er Jahre, sondern ist noch immer allgegenwärtig und unheilbar. Wie sehr dieses Thema vernachlässigt wurde, zeigt eine Studie der GPA Salzburg.

Salzburg – "Der größte Irrglaube der in Sachen HIV und AIDS in den Köpfen gerumgeistert ist, dass die Behandlungsmöglichkeiten mittlerweile so gut sind, dass sie keine Gefahr mehr darstellen. Wahr davon ist nur, dass bei Früherkennung dieser bis dato unheilbaren Krankheit doch ein relativ langes Leben möglich ist," sagt Michaela Wöss von der AIDS-Hilfe Salzburg.

"400 - 500 HIV-Neuinfizierte pro Jahr sind eindeutig zu viel"

In Österreich gibt es circa 7.400 HIV-Infizierte wovon circa 335 in Salzburg leben. Die Dunkelziffer ist jedoch wesentlich höher. Allein im vergangenen Jahr haben sich bundesweit 435 Menschen angesteckt. Auch in diesem Jahr ist mit einer gleich hohen Zahl zu rechen, da sich niemand mehr vor AIDS zu fürchten scheint. Laut einer Umfrage der GPA Salzburg (Gewerkschaft der Privatangestellten), in der 610 Jugendliche zum Thema Safer Sex befragt wurden, haben nur 30 % Angst vor AIDS, während 62 % sich zwar mit diesem Thema beschäftigen, aufgrund der "guten" Behandlungsmöglichkeiten jedoch keine Ansteckung fürchten.

Prävention vor allem bei Jugendlichen

Weiters führt diese Studie an, dass sich die Jugendlichen sehr wohl beim Ersten Mal sehr eigenverantwortlich durch den Gebrauch eines Kondoms vor Geschlechtskrankheiten schützen, danach nimmt diese Zahl aber stetig ab.

Leben mit HIV

Obschon ein Leben als Infizierte/r alles andere als einfach ist. So bekommt man in einigen Ländern wie zum Beispiel der USA keine Arbeitserlaubnis, wenn man nicht durch einen Test beweisen kann, nicht infiziert zu sein. Auch das Beziehungsleben bringt einige Beeinträchtigungen mit sich, denn wer setzt sich wissentlich der Gefahr einer Ansteckung aus, indem er eine Beziehung mit einem Infizierten eingeht?

Informationskampagnen

Deshalb plant die GPA im Herbst einige Informationskampagnen, vor allem in Schulen und Betrieben um Aufklärungsarbeit zu leisten. "Zu tun gibt es dort genug, wenn man bedenkt, dass gerade katholische Schulen von solchen Bemühungen nichts halten, weil ja bekanntlich Kondome dort strikt abgelehnt werden," sagt Gerald Forcher, der Jugendsekretär, der GPA.
Eine in Salzburg wenig bekannte Anlaufstelle ist die „First Love“ Beratungsstelle im Salzburger Landeskrankenhaus. Dort erhalten die Jugendlichen Informationen rund ums Thema Sexualität und Geschlechtskrankheiten. Auch werden dort gratis Kondome verteilt, da es laut der Studie vor allem den Buben nach wie vor unangenehm ist, Kondome im Geschäft zu kaufen.
(odin/js)

Weitere Informationen zum Thema AIDS-Hilfe

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  • Michaela Wöss von der AIDS-Hilfe Salzburg klärt über Geschlechtskrankheiten und Safer Sex auf
    josef mühltaler

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