Ausländer nach Putschverdacht freigelassen

1. Juni 2006, 15:33
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Vorwürfe fallen gelassen - Wahlen nicht in Gefahr

Kinshasa - In der Demokratischen Republik Kongo sind 32 Ausländer freigelassen worden, die wegen des Verdachts auf einen geplanten Staatsstreich festgenommen worden waren. Diplomaten Südafrikas und der USA sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag, ihre Staatsangehörigen seien aus dem Kongo ausgeflogen worden.

Alle Vorwürfe seien fallen gelassen worden, erklärte der südafrikanische Botschafter Sisa Ngombane. Auch die nigerianischen Staatsbürger waren Diplomaten zufolge wieder auf freiem Fuß. Die Regierung im Kongo war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Putschvorwurf

Die Ausländer waren vor mehreren Tagen festgenommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, rund zwei Monate vor den Wahlen einen Putschversuch geplant zu haben. Nach Angaben von Diplomaten und aus Sicherheitskreisen ging es aber eher um innenpolitische Rivalitäten. Ihrer Einschätzung nach waren die für den 30. Juli angesetzten Parlaments- und Präsidentenwahlen nicht in Gefahr.

Die Abstimmung in dem Land wird die erste Mehr-Parteien-Wahl im Kongo seit vier Jahrzehnten sein. Sie soll einen Schlussstrich unter den Bürgerkrieg ziehen, der zwar 2003 nach fünf Jahren offiziell für beendet erklärt wurde, seitdem aber in vielen Gebieten des zentralafrikanischen Landes weitergeht. In Folge des Bürgerkriegs kamen rund vier Millionen Menschen ums Leben.

Auf Bitten der Vereinten Nationen wird die EU Soldaten zu den Wahlen entsenden. Österreich wird bis zu zehn Bundesheer-Angehörige bereitstellen. Die Soldaten sollen Wahlbeobachter schützen und für Evakuierungen bereit stehen. Im Kongo sind bereits 17.000 Soldaten einer UNO-Truppe stationiert. (APA/Reuters)

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