Warnung vor "Re-Verstaatlichung"

28. Juni 2006, 14:19
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Noch-Vorstand der Wiener Börse, Stefan Zapotocky, hat Angst um Aufbauarbeit für Kapitalmarkt - keine "Wiederverstaatlichung" wünscht Richard Schenz

Wien - Der Noch-Vorstand der Wiener Börse, Stefan Zapotocky, hat "Sorge über die Zukunft des österreichischen Kapitalmarktes, wenn man über eine Re-Verstaatlichung nachzudenken beginnt". "Das ist der falsche Weg", sagte Zapotocky am Mittwoch in einer Reaktion auf die geplatzte Fusion von OMV und Verbund zur APA. Dies sei seine "persönliche Meinung", betonte er.

Das Ziel, die Wasserkraft nicht außer Landes gehen lassen zu wollen, hätte man auch anders erreichen können. Er warnte davor, dass wesentliche Kapitalmarktnehmer nicht mehr frei agieren könnten. "Davor würde ich strikt abraten", sagte Zapotocky. Wenn man wieder in so ein Fahrwasser komme, gefährde das den mit viel Arbeit mühsam aufgebauten österreichischen Kapitalmarkt.

Schenz warnt ebenfalls vor Wiederverstaatlichung

Der Regierungsbeauftragte für den Kapitalmarkt, Richard Schenz, hält zum Scheitern der OMV Verbund-Fusion fest, dass es für ihn "völlig unvorstellbar" sei, die OMV jetzt mehrheitlich zu re-verstaatlichen. Eine solche Wiederverstaatlichung würde seiner Meinung nach dem Unternehmen OMV und dem österreichischen Kapitalmarkt großen Schaden zufügen. Es habe daher keine andere Option als den Zusammenschluss abzusagen gegeben, so Schenz am Mittwoch in einer Aussendung.

"Im Interesse des österreichischen Kapitalmarktes" hält es der Ex-Generaldirektor der OMV für "notwendig, klare Worte zu den jüngsten Entwicklungen in dieser Angelegenheit zu sprechen". Die erfolgreiche Stärkung des österreichischen Kapitalmarktes in den vergangenen Jahren beruhe zu einem großen Teil auf der konsequenten Privatisierungspolitik der österreichischen Bundesregierung.

Die Privatisierung der ÖIAG-Unternehmen habe diese erwiesenermaßen zu großen wirtschaftlichen Erfolgen geführt, von denen die Mitarbeiter dieser Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft profitieren. Im Gegensatz dazu seien die Nachteile von zu großen staatlichen oder parteipolitischen Einflüssen auf Unternehmen hinreichend belegt, so Schenz.

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