Meine Reise in die Zukunft

5. Juni 2000, 18:48

Als ich im Jahre 2035 angekommen war und mein Haus betrat, blieb ich vor Schreck stehen. Denn ich erblickte etwas äußerst Ungewöhnliches: Meine Mutter hatte es in der Hand. Es war ein Haarshampoo. Jawohl! Auf der Flasche stand groß und deutlich: Haarewaschen ohne nass zu werden. Ich dachte, ich spinne. Das war genauso, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Kein Haarewaschen! Plötzlich kam ich die Treppe runter. Ich hatte einen weiten, silbernen Anzug an, wie es ihn sonst nur in Filmen gibt. Erst bei näherem Hinsehen bemerkte ich, dass er ganz und gar aus Alufolie bestand.

Verwirrt, wie ich war, hörte ich meine Mutter rufen: „Marianne, deine Pause ist aus! Geh wieder in die Schule!“ „Was, die gehen in der Pause nach Hause?“, dachte ich mir. Erst dann sah ich, dass ich mich hinter den Computer setzte. Ich schaltete ein und schrieb per Laserstrahl, was bei uns das e-mail ist, einen langen Aufsatz an meine Lehrerin. Ich glaubte es kaum, aber innerhalb zwei Sekunden antwortete meine Lehrerin und teilte mir mit; dass mein Aufsatz einfach toll wäre. Einsame Spitze, geradezu. Eines muss man ihnen lassen: Faul sind sie schon: Setzen sich, statt in die Schule zu gehen, hinter den Computer. Der übrigens ein absolutes Miniformat ist. Tastatur hat er auch keine. Du sprichst in einen grauen Kasten und das, was du sagst, erscheint dann am Bildschirm. Einfach toll! Außerdem hast jeder einen Anstecker, auf den man Nachrichten sprechen oder jemanden anfunken kann. Es gibt davon mehrere Exemplare. Zum Beispiel mit einer Didlmaus als Aufdruck. Aber auch die Buben kommen nicht zu kurz. Für sie gibt es Anstecker in Fußballform. Man braucht also kein Handy mitzuschleppen, ist aber trotzdem erreichbar.

Ich ging weiter bis in die Küche. Dort erblickte ich ein komisches Gerät. Es war ziemlich groß und erzeugte ein seltsames Brummen. Wie es sich später herausstellte, war es ein so genanntes „Finishe“. Es dient zum Kochen verschiedener Lebensmittel, daher auch der Name: Finish bedeutet auf deutsch fertig, also ein Gericht fertig machen. Man schiebt die Speise auf der Seite hinein und drückt dann auf ON. Nach 3 Minuten kommt dann zum Beispiel das fertige Schnitzel heraus. Wer also keine Zeit zum Kochen hat, hat auch eine andere Möglichkeit. Wie gerne wäre ich für immer in der Zukunft geblieben, aber ich habe meiner Mutter versprochen zum Essen zurück zu sein.

Marianne Archam (12), BG BRG Geringerg, Wien 11

Share if you care.