Leitl fordert als Konsequenz Strompreissenkung

28. Juni 2006, 14:19
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Hundstorfer: Beschluss der Landeshauptleute nichts hinzuzufügen

Wien - Unterschiedlich haben die beiden Sozialpartner-Präsidenten Rudolf Hundstorfer (ÖGB) und Christoph Leitl (Wirtschaftskammer) am Dienstagabend vor Journalisten auf das Platzen der OMV-Verbund-Fusion reagiert. Während Hundstorfer der gescheiterten Ehe keine Träne nachweinte, meinte Leitl, dass er einen solchen Konzern für den Standort Österreich für gut gehalten hätte. Als Konsequenz aus dem Scheitern fordere Leitl nun eine Strompreissenkung.

Wenn Potenzial zur Nutzung von Synergien da sei, dann sollte dieses so rasch wie möglich für eine Strompreissenkung genutzt werden, meinte Leitl. Die Wirtschaftskammer werde sich nun mehr denn je als Anwalt der Stromabnehmer präsentieren. Jene, "die das Wasser gerettet haben, sollen jetzt die Stromkunden retten", sagte der WKÖ-Präsident in Richtung der Landeshautleute. Durch die Fusion hätte Synergien genutzt werden können, die man an die Stromkunden weitergeben hätte können.

Möglich werden sollte die Strompreissenkung nach Ansicht Leitl durch mehr Wettbewerb. "Ich verlange jetzt mehr Wettbewerb in Österreich". Zudem sollten die Kontrollore "Zähne bekommen".

Hundstorfer meinte hingegen, er habe dem Beschluss der Landeshauptleute, die eine 51-Prozent Mehrheit in öffentlicher Hand am neuen Konzern gefordert und damit den Deal zum Platzen gebracht hatten, "nichts hinzuzufügen". Der ÖGB-Präsident gestand zwar zu, dass es einen Reiz gehabt hätte, ein Unternehmen dieser Größenordnung zu schaffen. Die Gewerkschaften hätten aber auch aus Sicht des Konsumentenschutzes eine reservierte Haltung eingenommen. Und schließlich sei es nicht möglich gewesen, eine Konstruktion für die Absicherung zu finden, dass 51 Prozent der Wasserkraft in öffentlicher Hand bleiben.

Dem widersprach Leitl. Seiner Auffassung nach hätte es sehr wohl eine Möglichkeit gegeben, die Wasserkraft "ordentlich zu regeln". Er bedauerte, dass nun die Chance, auf einen mittelständischen Energiekonzern mit der Möglichkeit, die Versorgung langfristig selbstständig zu sichern, vertan worden sei. (APA)

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