Chronologie: Rasches Ende für Traum vom Energieriesen

28. Juni 2006, 14:19
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Geplante Megafusion binnen 14 Tagen an politischem Widerstand gescheitert

Wien - Am Dienstag Abend haben Energieminister Martin Bartenstein und Finanzminister Karlheinz Grasser auch offiziell den Schlusspunkt unter den erst vor zwei Wochen in der Öffentlichkeit aufgetauchten Planungen zu einem Mega-Deal zwischen OMV und Verbund gesetzt. Es folgt ein kurzer Blick über die zeitliche Entwicklung der Diskussion:

  • 6. Mai Erste Informationen über den geplanten Deal sickern in Zeitungsberichten am Wochenende durch.

  • 8. Mai OMV und Verbund bestätigen offiziell die Gespräche. Am Nachmittag segnet der OMV-Aufsichtsrat den Fusionsplan ab. Die Kursverfall der OMV-Aktien beginnt.

  • 9. Mai Der Verbund-Aufsichtsrat beschließt den Plan.

  • 10. Mai OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer und Verbund-Chef Hans Haider stellen in einer Pressekonferenz die Details des Plans vor. Die beiden Manager glauben, die Zustimmung von ÖVP und SPÖ zur notwendigen Verfassungsänderung in der Tasche zu haben. Die Verbund-Minderheitsaktionäre EVN und Wienstrom signalisieren: Stimmen nicht zu.

  • 12. Mai Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B) kündigt an, eine "Allianz der Länder" zu schmieden. Die Landesversorger bekräftigten ihr Interesse an Verbund-Wasserkraftwerken. Antwort aus dem Verbund: Ausgeschlossen.

  • 17. Mai Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll beruft für 23. Mai eine außerordentliche Konferenz der Landeshauptleute gegen die Allianzpläne ein.

  • 21. Mai Die SPÖ Oberösterreich erwägt ein Wasserkraftvolksbegehren. BZÖ, FPÖ, Grüne sprechen sich gegen den Deal aus.

  • 22. Mai SP-Chef Gusenbauer fordert: Die Mehrheit an Wasserkraft muss in öffentlicher Hand bleiben. Versuch von Wirtschaftsminister Bartenstein, den Deal mit einem Kompromissvorschlag über ein Vetorecht der ÖIAG gegen eventuellen Verkauf der Wasserkrafttochter zu retten. Die OMV-Aktie rutscht auf ihren Tiefpunkt von 40 Euro ab. Dies entspricht einem Rückgang von fast 30 Prozent binnen zwei Wochen.

  • 23.5. Konferenz der Landeshauptleute: Einhelliger Beschluss, den neuen OMV-Verbund zu 51 Prozent in öffentliche Hand zu geben Grasser und Bartenstein blasen das Vorhaben in den Abendstunden endgültig ab. (APA)
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