Lindner lädt zu rundem Tisch

7. Juni 2006, 14:45
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Klärendes Gespräch mit einer "qualifizierten Runde" - Kritik an "geheuchelter Obsorge um ORF"

ORF-Generaldirektorin Monika Lindner lädt im Zusammenhang mit der breiten öffentlichen Diskussion um die Unabhängigkeit des ORF nun zu einem runden Tisch. "In Anbetracht der aktuellen kritischen Diskussion um den ORF werde ich eine qualifizierte Runde zu einem ausführlichen, klärenden Gespräch einladen", so die ORF-Chefin am Dienstag in einer Aussendung.

Dies sei im Interesse aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses, die sich mit großem Engagement für den ORF und seine erfolgreichen Programme einsetzen. "Die veröffentlichte negative Meinung instrumentalisiert die Diskussion zweifellos auch aus wirtschaftlichen und politischen Eigeninteressen sowie geheuchelter Obsorge gegenüber dem ORF. Ich bin überzeugt, gemeinsam mit den vielen konstruktiven Kräften des Unternehmens den ORF weiterhin mit hoher Publikumsakzeptanz und konkurrenzsicher in die Zukunft zu führen", meinte Lindner weiters.

Wann es zu dem "klärenden Gespräch" kommen soll und vor allem wer - ob ORF-Journalisten, Stiftungsräte, Vertreter der verschiedenen Initiativen für einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen ORF oder auch Medienpolitiker - sich für die "Runde" qualifizieren, ist indes am Küniglberg noch nicht klar. "Dazu kann man noch nichts sagen. Schauen wir mal", hieß es auf Nachfrage der APA im ORF.

Ansturm auf "SOS ORF"

Einen Ansturm gibt es unterdessen auf die Internet-Seite der Plattform "SOS ORF", der prominente ehemalige ORF-Journalisten, Publizisten, Künstler, Schriftsteller und frühere Politiker quer durch das gesellschaftliche Spektrum angehören. "Es läuft unglaublich. Es scheint wirklich so zu sein, dass die Zeit reif ist", sagte der Publizist und "SOS ORF"-Sprecher Peter Huemer gegenüber der APA. Innerhalb der ersten 24 Stunden haben bereits mehrere tausend Bürger die SOS-Petition für einen unabhängigen ORF unterzeichnet. (APA)

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