Umfragen: Westenthaler bringt BZÖ kaum weiter

7. Juni 2006, 14:07
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Gallup: Orange legt nur ein Prozent zu und würde an Vier-Prozent-Hürde scheitern - OGM: Chancen für Großteil unverändert

Wien - Der seit langem angekündigte Spitzenkandidat des BZÖ scheint die Wähler unbeeindruckt zu lassen. Einen ganzen Prozentpunkt haben die Orangen seit der Bekanntgabe ihres neuen Zugpferdes, Peter Westenthaler, wettgemacht. Das geht aus der aktuellen Gallup-Sonntagsfrage für das Nachrichtenmagazin "News" (Mittwochsausgabe) hervor.

Von zwei auf drei

Würde am kommenden Sonntag gewählt, könnte das BZÖ mit drei statt bisher zwei Prozent der Wählerstimmen rechnen und würde damit an der Vier-Prozent-Hürde scheitern. Die von Bündnissprecher Uwe Scheuch im Vorfeld gewagte Prognose, "sobald wir unseren Spitzenkandidaten haben, holen wir das (Hinterherhinken in den Umfrageergebnissen, Anm.) doppelt und dreifach auf", dürfte sich damit als etwas zu optimistisch erwiesen haben. 73 Prozent der insgesamt 400 Befragen waren überzeugt, dass die Orangen den Einzug ins Parlament nicht schaffen.

Martin besser als Orange

Unter der Annahme, dass Hans-Peter Martin bei der Nationalratswahl antritt, zeichnet sich derzeit folgende Stimmungslage ab: Die ÖVP könnte mit 37 Prozent und die SPÖ mit 35 Prozent rechnen. Die Grünen würden mit zwölf Prozent den dritten Platz erreichen und die FPÖ läge unverändert bei sieben Prozent. Auch Hans-Peter Martin würde das BZÖ mit sechs Prozent überrunden.

Kanzlerfrage

In der Kanzlerfrage hat Wolfgang Schüssel unverändert die Nase vorn, müsste aber mit 44 Prozent der Wählerstimmen im Vergleich zur vergangenen Gallup-Umfrage zu Beginn des Monats drei Prozentpunkte Verlust einstecken. Kontrahent Alfred Gusenbauer käme auf 33 (plus zwei) Prozent.

OGM: Chancen für Großteil gleich geblieben

Nach einer OGM-Umfrage für den ORF-"Report" haben sich die Chance für das BZÖ mit der Nominierung von Peter Westenthaler zum Spitzenkandidaten "tendenziell verbessert". 25 Prozent der Befragten sehen "verbesserte", 15 Prozent "verschlechtere" Chancen. Der Großteil der Österreicher, nämlich 48 Prozent, meint, die Chancen sind gleich geblieben. "Zum adäquaten Spitzenkandidaten fehlen noch die klaren Kernbotschaften", so OGM-Meinungsforscher Peter Hajek.

Nur 24 Prozent der Befragten haben eine gute Meinung von Westenthaler, 44 Prozent eine schlechte. Weiteres Ergebnis der Umfrage: 63 Prozent sind gegen eine Ablöse von Vizekanzler Hubert Gorbach durch Westenthaler, nur 15 Prozent würden dies begrüßen. "Die Österreicher wollen keine Regierungsumbildung. Diese sind immer sehr unpopulär und müssen nachvollziehbare Gründe haben", erklärt Hajek.

Die Telefon-Umfrage mit 500 Interviews wurde am Montag durchgeführt. (APA)

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