Namibia lobt Simbabwe als Modell für Landreform

14. Juni 2006, 15:17
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Landminister: "Wenn Simbabwe es getan hat, dann können wir es in gleicher Weise tun"

Harare - Ein namibisches Regierungsmitglied hat die gewaltsame Enteignung tausender weißer Farmer im Nachbarstaat Simbabwe nach Medienberichten als Modell gelobt. Namibia wolle dem Beispiel folgen, zitierte die staatlich kontrollierte simbabwische Zeitung "The Herald" am Dienstag den stellvertretenden namibischen Landminister Isak Katali, der sich zur Zeit offiziell in Simbabwe aufhält.

"Wir haben das Gefühl, dass die Geschwindigkeit, mit der sie (die Simbabwer) das Land wegnahmen, löblich ist und wir würden gerne sehen, wie sie es gemacht haben", zitiert das Blatt Katali. "Landreform ist Namibia wichtig und wir haben das Gefühl, dass die Kolonisatoren (bei uns) die gleichen Leute sind, die auch Simbabwe kolonisiert haben ... Wenn Simbabwe es getan hat, dann können wir es in gleicher Weise tun", zitiert der "Herald" den namibischen Vizeminister.

Harsche Kritik

Simbabwe hatte im Rahmen einer chaotisch verlaufenen Landreform rund 4.500 weiße Farmer von ihren Höfen vertrieben. Das Vorgehen hatte dem von seinem Präsidenten Robert Mugabe autoritär regierten Staat harsche Kritik in westlichen Ländern, aber auch Lob und Anerkennung in zahlreichen afrikanischen Ländern beschert. Es war zugleich der Auftakt für die schwerste Krise in der Geschichte des Landes im südlichen Afrika, die ihm neben der höchsten Inflationsrate der Welt auch die am schnellsten schrumpfende Wirtschaft weltweit eingebracht hat.

Namibia - die einstige Kolonie Deutsch-Südwestafrika - hat in Abkehr seiner bisherigen Landreformpolitik Zwangsenteignungen gegen staatlich festgesetzte Bezahlung angeordnet. Damit soll die schleppend verlaufene Reform beschleunigt werden, bei der der Staat bisher Farmen zu Marktpreisen aufkaufte. (APA/dpa)

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