Telekom Austria für Einstieg in Serbien weiter zuversichtlich

23. Mai 2006, 18:00
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Sundt übergibt mit Ende der heutigen Hauptversammlung an Nemsic - Michaelis: "Sundt war nicht immer einfacher Verhandler, aber Garant für hohe Zielerreichung"

Die Telekom Austria (TA) ist trotz scharfer Konkurrenz weiterhin zuversichtlich für die Übernahme des serbischen Mobilfunkbetreibers Mobi 63, für den insgesamt neun Unternehmen bieten. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in Serbien erfolgreich sein werden", sagte der scheidende TA-Vorstandsvorsitzende Heinz Sundt am Dienstag auf der Hauptversammlung (HV), mit deren Ende Sundt an seinen Nachfolger Boris Nemsic übergibt.

800 Mio. Euro

Am Bieterverfahren für die Mobtel-Nachfolgefirma Mobi 63 dürfen neben der TA-Mobilfunktochter Mobilkom Austria auch Tele2, Telia Sonera, France Telecom, Orascom Telekom, Deutsche Telekom, Emirate Telecommunications Corporation, OJSI und Telenor teilnehmen. Der Mindestpreis für Mobi 63 und eine damit verbundene Handylizenz wurde mit 800 Mio. Euro festgesetzt. Sundt hatte von einem verbindlichen Angebot im Juni und einer Entscheidung über den Zuschlag bis Ende Juli gesprochen. 70 Prozent der Mobi 63 gehören dem Staat, 30 Prozent gehören den österreichischen Investoren Martin Schlaff, Josef Taus und Herbert Cordt.

"Fuß fassen"

Die TA wolle in Serbien und Bosnien "Fuß fassen", da ein Wachstum außerhalb des derzeitigen Aktionsradius nicht möglich sei, betonte Sundt heute. Der TA stünden bis 2009 insgesamt 3,1 Mrd. Euro für Akquisitionen zur Verfügung, zusätzliche 1,8 Mrd. Euro seien für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe vorgesehen. Die TA hat 2005 für Aktienrückkäufe 248,5 Mio. Euro aufgewendet.

TA-Aufsichtsratsvorsitzender und ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis dankte Sundt, der sich viele Jahre gegen seine Ablöse gewehrt hatte, heute für seine Tätigkeit im TA-Konzern. Sundt habe als TA-Chef eine "klare und visionäre Strategie umgesetzt und einen Erfolgskurs beschritten", er habe sich als "Restrukturierer und Wachstumsumsetzer" bewiesen. Sundt sei "nicht immer gerade ein einfacher Verhandler", daher aber auch ein "Garant für eine hohe Zielerreichung" gewesen.

"Vater der Ostexpansion"

Er freue sich, dass Sundt als "Vater der Ostexpansion" der TA auch künftig als Konsulent für den geplanten Einstieg in Serbien zur Verfügung stehe, so Michaelis. Der künftige TA-Vorstandsvorsitzende Boris Nemsic und dessen Stellvertreter Rudolf Fischer könnten jedenfalls auf einer "soliden Grundlage" aufsetzen.

Am 30. Mai will die TA für 2005 eine Dividende von 55 Cent je Aktie auszahlen. Die Aktionäre werden bei der heutigen HV auch über eine höhere Vergütung für die TA-Aufsichtsräte abstimmen. Die Vergütung für 2005 soll demnach für den Vorsitzenden von 18.200 Euro auf 30.000 Euro, für den stellvertretenden Vorsitzenden von 13.650 auf 22.500 Euro und für die übrigen Mitglieder von 9.100 auf 15.000 Euro angehoben werden. Eine substanzielle Anpassung der Aufsichtsratsvergütung sei zuletzt vor 5 Jahren vorgenommen worden, hieß es.

Die TA-Aufsichtsräte seien im Vorjahr sieben Mal zu einer Sitzung zusammengetreten, zudem habe es 4 so genannte Audit-Komitees, einen Bilanzausschuss, 3 Strukturausschüsse und 1 Strategieworkshop gegeben, berichtete Michaelis. Die TA soll künftig eine neue Struktur bekommen, wo zwei starke operative Einheiten unter dem Dach einer schlanken Holding zusammegefasst werden sollen.(APA)

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