Nationalfonds stellt Kunst-Datenbank ins Netz

6. Juni 2006, 11:25
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Zusätzliches Forum zur möglichen Identifizierung restitutionsfähiger Kunstobjekte

Der Nationalfonds der Republik Österreich stellt ab Herbst eine Kunst-Datenbank ins Internet. Sie soll einerseits etwaigen Berechtigten ermöglichen, Kunstgegenstände, von deren Verbleib sie bis dato keine Kenntnis hatten, vor deren Verwertung zurückzuerlangen, heißt es in einer Aussendung. Andererseits soll sie durch die Aufnahme von Kunst- und Kulturgegenständen, bei denen (noch) nicht feststeht, ob deren Erwerb als bedenklich zu qualifizieren ist, zur Klärung von deren etwaiger Restitutionsfähigkeit beitragen.

Der Nationalfonds erhielt 1998/99 den gesetzlichen Auftrag, ihm übereignete Kunstgegenstände aus öffentlichem Besitz zu Gunsten von Opfern des Nationalsozialismus zu verwerten. Dies gilt für jene Objekte in Museen und Sammlungen des Bundes sowie der Stadt Wien, deren Erwerb im Zusammenhang mit dem NS-Regime steht, für die aber keine Rückstellungsberechtigten ausfindig zu machen sind. Da die Provenienzforschung in den einzelnen Museen und Sammlungen noch nicht abgeschlossen ist, erfolgte bisher noch keine Übereignung an den Fonds. Durch die weltweite Bekanntmachung der zu übereignenden Objekte in der zweisprachigen Internetdatenbank will der Nationalfonds die Zeit bis zum Abschluss der Provenienzforschung nutzen.

In diesen Tagen werden die Kooperationspartner des Nationalfonds aus dem Bereich der öffentlichen Sammlungen über die Funktionsweise und die technischen Anforderungen der Kunst-Datenbank informiert. Die ersten Schritte zur Realisierung der digitalen "Galerie" wurden bereits im Sommer 2005 gesetzt, als entsprechende Kooperationen durch den Nationalfonds eingeleitet wurden.(APA)

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