X.org 7.1: Neue Version des Grafikservers ermöglicht 3D-Effekte

3. Juli 2006, 14:47
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AIGLX offiziell aufgenommen - Modulare Releases beschleunigen Release Zyklus

Mit einer neuen Release bringt das X.org-Projekt einige wichtige Verbesserungen an seinem Grafikserver. Wohl am prominentesten davon: Mit Accelerated indirect GLX (AIGLX) und der neuen GLX-Erweiterung GLX_EXT_texture_from_pixmap halten Technologien Einzug in die Software, die die Basis von 3D-beschleunigten Grafikeffekten für den Linux/Unix-Desktop bilden.

Hintergrund

AIGLX wurde vor allem von Red Hat entwickelt und ist eine Alternative zu dem bisher mehr Aufmerksamkeit bekommenden Xgl von Novell dar. Die Unterschiede liegen dabei vor allem in der Herangehensweise, während AIGLX sich vor allem als schrittweise Verbesserung des Bestehenden versteht, ist das Ziel von Xgl die Schaffung eines neuen X-Servers auf Basis von OpenGL. Beide Projekte arbeiten aber zusammen um gemeinsame Standards wie die zuvor bereits erwähnte GLX_EXT_texture_from_pixmap zu schaffen.

Möglichkeiten

Für die BenutzerInnen zeigt sich der Unterschied vor allem in der unterstützten Hardware, während Xgl eine breite Palette an Grafikkarten unterstützt, beschränkt sich AIGLX derzeit auf Radeon und Intel-Karten mit Open Source-Treibern. Die eigentliche Effekt-Arbeit übernimmt bei beiden ein Compositing / Window Manager, während AIGLX da auf die Weiterentwicklung des GNOME Window manager Metacity setzt, setzen die Xgl-EntwicklerInnen auf die Neuentwicklung compiz.

Weitere Neuigkeiten

Ein weiterer Bereich, der im aktuellen Release-Zyklus besondere Aufmerksamkeit erfahren hat, ist die EXA-Beschleunigungs-Architektur, die mit X.org 7.0 eingeführt wurde, und mit der neuen Version nun zahlreiche Optimierungen verpasst bekommen hat. Wie bereits gewohnt hat sich natürlich auch bei der Treiberunterstützung einiges getan, so werden nun einige Modell neu unterstützt. Weitere Details zur neuen Release finden sich in den Release Notes

Update

X.org 7.1 ist das erste Update für die neue modulare Veröffentlichungsweise des Grafikservers. Wurden in der Vergangenheit alle Änderungen in einem großen Paket zusammengefasst, ist es nun wesentlich einfacher geworden, einzelne Treiber oder andere Bestandteile der Software auch außerhalb des normalen Release Zyklus zu aktualisieren. Dadurch wird nicht nur die Wartung von X.org für die EntwicklerInnen vereinfacht, auch die UserInnen profitieren von schnelleren Updates.

Aufnahme

Die neue Release sollte schon bald in die Entwicklunszweige der großen Linux-Distributionen sowie von BSD-Systemen und Solaris aufgenommmen werden. Die nächste Version - X.org 7.2 - ist bereits für Mitte November geplant, angedacht ist dafür unter anderem die offizielle Aufnahme von Xgl in das Softwarepaket. (Andreas Proschofsky)

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    AIGLX ermöglicht eine Reihe von Grafikeffekten

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