Stille Reserven unter 100 Millionen Euro

8. Juni 2006, 14:40
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Aufgebrachte Aktionäre übten bei der gestrigen HV Kritik an Vorstand und Aufsichtsrat

Wien - Wie ernst die Situation bei der angeschlagenen bösenotierten Austrian Airlines Gruppe ist, zeigen Zahlen, die bei der Hauptversammlung Montagabend bekannt wurden. Die stillen Reserven der Gruppe liegen laut Finanzvorstand Thomas Kleibl unter 100 Mio. Euro. Der Marktwert der Flugzeuge - in der Bilanz 2005 mit 2.274,4 Mio. Euro angegeben, liegt demnach darunter.

Kleibl führt das schlechte Ergebnis vor allem auf die höheren Ausgaben für Kerosin zurück, die 2005 um 144,5 Mio. Euro gestiegen seien. "Wir haben durch Treibstoffzuschläge nur die Hälfte der Mehrkosten kompensieren können."

Aufgebrachte Aktionäre übten bei der Sitzung, die auch um 21.00 Uhr nach sechsstündiger Diskussion noch nicht zu Ende war, Kritik an Vorstand und Aufsichtsrat. So wurde die AUA als "der größte Kapitalvernichter an der Wiener Börse" bezeichnet. Das Management "hat bis heute nicht kapiert, wie ernst die Lage ist", sagte Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger vom IVA. "Sehr enttäuscht" zeigten sich Anleger darüber, dass weder der Vorstand noch die anwesenden Aufsichtsratsmitglieder - mit Ausnahme von Erhard Schaschl - auf ihre variablen Leistungsprämien bzw. Tantiemen für das abgelaufene Jahr 2005 verzichten wollten. Aktionäre hätten dies als ein positives Signal vor allem für die Mitarbeiter verstanden.

Das operative Ergebnis (EBIT) brach 2005 auf minus 100 Mio. Euro ein nach einem positiven EBIT von 74,4 Mio. Euro im Jahr 2004. (APA)

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