Ein Österreicher im Spitzenfeld

28. Juli 2006, 16:33
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Ein Vorarlberger ist Parkour-Profi

Für Andreas Kalteis begann alles mit "Yamakasi". "Yamakasi" war eine TV-Dokumentation über eine Jugendbande in den Pariser Banlieues, die sich seltsam fortbewegte. Man schrieb 2001. Kalteis, damals 15, war fasziniert - und hat mittlerweile seinen eigenen Weg gefunden: Der heute 19-jährige Vorarlberger ist Österreichs bislang einziger Parkour-Profi.

Um "on top" zu sein, trainiert Andreas täglich bis zu vier Stunden. Wichtig, so der Bewegungskünstler, sei vor allem das ausgewogene Verhältnis von Kraft und Technik. Ab und zu trifft er sich zwar mit anderen Parkour-Sportlern, aber am liebsten, gibt Kalteis zu, trainiere er allein. Auch, weil es ihm so leichter falle Disziplin und Konzentration zu fördern: "Die Grenzen sind ganz individuell. Aber generell liegen sie dort, wo es gefährlich wird", erklärte er im Interview.

Disziplin und Willenskraft

Prinzipiell könne aber jeder mitmachen. "Wirklich lange bleiben aber nur jene bei Parkour, die einen starken Willen und sehr viel Disziplin haben", erzählt er. Anfängern rät Kalteis, sich zuallererst auch mit dem philosophischen Hintergrund von Parkour auseinanderzusetzen. Nur so, ist der Profi überzeugt, könne man ein guter "Traceur" werden.

In seiner Rolle als "Parkour Austria"-Profi hat Andreas Kalteis bereits an zahlreichen internationalen Workshops und Treffen teilgenommen und ist auch in den Medien präsent - er weiß, dass es wichtig ist, den Sport "unters Volk" zu bringen: Immer noch wüssten viele Menschen gar nicht, dass es den Sport überhaupt gibt.

Auf die die immer größer werdende Nachfrage hin "professionalisierte" sich Kalteis - und gründete den "Sport Verein Parkour Austria" (SVPA). Hier will er vor allem Anfängern die Grundlagen näher bringen - und Traceure so ausbilden, dass sie auch außerhalb Vorarlbergs als Trainer fungieren können. Schließlich gibt es auf der ganzen Welt Hindernisse, die eine Überquerung wert sind. (DER STANDARD Printausgabe, 23. Mai 2006)

Von Nicoletta Niel und Sonja Pöcksteiner

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Le Parkour

  • Profi-Traceur Kalteis bei der "Arbeit".
    foto: standard/kalteis

    Profi-Traceur Kalteis bei der "Arbeit".

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