Agfa-Pleite wird teuer

6. Juni 2006, 14:22
posten

Agfa-Gevaert, ehemals Mutter von Agfa-Photo wird zur Kasse gebeten, die abgespaltene Sparte fordert Schaden­sersatz in Millionenhöhe

Düsseldorf - Die Pleite der abgespaltenen deutschen Agfa-Photo kommt den ehemaligen Mutterkonzern Agfa-Gevaert voraussichtlich teuer zu stehen. "Wir klagen vor einem internationalen Schiedsgericht auf Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe", sagte Hartmut Emans dem deutschen "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). Die Beteiligungsfirma Nanno von Emans hatte die renditeschwache Sparte im November 2004 von Agfa-Gevaert übernommen, ein halbes Jahr später aber musste Agfa-Photo wegen fehlender Liquidität Insolvenz anmelden.

Auch Mitarbeiter klagen

Die Klage sei im Dezember eingereicht worden, sagte Emans dem Blatt. Schadenersatz verlangt seine Agfa-Photo-Holding, weil ihr Agfa-Gevaert nach der Insolvenz ohne Grund den Lizenzvertrag über die Marke Agfa-Photo gekündigt habe. Dadurch sei hoher Schaden entstanden.

Auch ehemalige Mitarbeiter klagen laut "Handelsblatt" gegen Agfa-Gevaert. Sie seien beim Betriebsübergang falsch informiert worden, monieren zahlreiche Ex-Beschäftigte. "Unterm Strich könnten dabei Forderungen von 20 bis 40 Millionen Euro herauskommen", schätzt Arbeitnehmeranwalt Gisbert Ingenfeld. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Sie seien beim Betriebsübergang falsch informiert worden, monieren zahlreiche Ex-Beschäftigte.

Share if you care.