Sparkassen 2005 mit gemeinnützigen Leistungen von 20,1 Millionen Euro

1. Juni 2006, 17:13
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49. Sparkassentag: "Kleine und mittlere Bankinstitute sind Nahversorger und sollten von der EU unterstützt und nicht behindert werden"

Bregenz - Die 56 österreichischen Sparkassen haben im Jahr 2005 rund 20,1 Millionen Euro - um 65 Prozent mehr als 2004 - für kommunale, kulturelle und soziale Zwecke aufgewendet, gab der Präsident des Sparkassenverbandes, Alois Hochegger, bei der Eröffnung des 49. Sparkassentages in Dornbirn bekannt. Im Mittelpunkt der bis Mittwoch dauernden Tagung steht das Thema "Kunde-Vertrieb-Verkauf". Von der EU wird "deutlich mehr Rücksichtnahme auf kleine und mittlere Bankinstitute" erwartet.

180-jährige Geschichte

"Sparkassen tätigen keine Devisenspekulationen, beteiligen sich nicht an Firmen, die solche Geschäfte machen und gehen keine Unternehmensbeteiligungen ein," stellte der Präsident des Österreichischen Sparkassenverbandes, Alois Hochegger, zu Beginn klar. Für Hochegger ist diese Philosophie einer der Gründe, dass die Sparkassen bereits auf eine 180-jährige Geschichte zurückblicken können. Als weiteren Grund nannte Hochegger "die Orientierung am Gemeinwohl", was die 31 Sparkassen-Stiftungen eindrucksvoll beweisen würden.

Rund vier Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr für Leistungen im Bereich Kunst und Kultur in den Regionen zur Verfügung gestellt, rund 3,2 Millionen kamen dem regionalen Sport zugute. Weitere Schwerpunkte des gesellschaftlichen Engagements haben die Sparkassen in den Bereichen Kommunales, Infrastruktur und Sicherheit gesetzt, sowie in karitativ-sozialen Unterstützungen und in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung, Jugend und Umweltschutz. In Vorarlberg lag das gesellschaftliche Engagement bei rund einer Million Euro, rund 100.000 Euro wurden Hochwasser Geschädigten zur Verfügung gestellt, sagte der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen, Hubert Singer.

"Funktion von Nahversorgern"

Die 56 österreichischen Sparkassen mit der Erste Bank als Spitzeninstitut haben seit 2002 rund 1,5 Prozent an Marktanteilen dazu gewonnen, erklärte der Generalsekretär des Österreichischen Sparkassenverbandes, Michael Ikrath. In Zentral- und Osteuropa seien die Sparkassen die führende Banken- und Finanzgruppe. Von der EU forderte Ikrath faire Wettbewerbsbedingungen und "deutlich mehr Rücksichtnahme" auf kleine und mittlere Bankinstitute. "Kleine und mittlere Bankinstitute haben die Funktion von Nahversorgern und sollten deshalb unterstützt und nicht behindert werden", so Ikrath.

Bis Mittwoch werden nationale und internationale Experten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Chancen und Potenziale der Sparkassen im Spannungsfeld zwischen Kundenerwartungen, Marktentwicklung und Rahmenbedingungen im erweiterten Europa diskutieren. (APA)

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