Vaillant erzielte 2005 Rekordgewinn

1. Juni 2006, 16:26
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Heiztechnikhersteller verdoppelte Jahresüberschuss auf 200 Millionen Euro und wagt den Sprung nach China

Düsseldorf - Europas zweitgrößter Heiztechnik-Hersteller Vaillant. Das Remscheider Familienunternehmen baut für sieben Millionen Euro in der chinesischen Stadt Wuxi rund 130 Kilometer westlich von Schanghai ein neues Werk. Dort werde die Fertigung von Wandheizgeräten für den chinesischen Markt im ersten Quartal 2007 anlaufen, kündigte Vaillant am Montag in Düsseldorf an.

Im ersten Jahr sollen bis zu 7000 Geräte und langfristig gesehen 200.000 Geräte pro Jahr vom Band laufen. Diese Kapazität entspreche dem aktuellen Marktvolumen bei Wandheizgeräten in China. Der Markt wachse weiterhin sehr stark.

Europas zweitgrößter Heiztechnik-Hersteller nach Bosch-Buderus folgt mit der Investition in China Konkurrenten, die bereits im Reich der Mitte produzieren. Bisher vertreibt Vaillant in China Geräte aus Europa. Der asiatische Anteil am Umsatz ist gering, nur ein Prozent der Erlöse werden außerhalb Europas erzielt. Langfristig gesehen soll der Umsatzanteil Asiens auf zehn Prozent zunehmen.

Verkauf des Baumaterialien-Geschäftes

Vaillant erzielte 2005 einen Rekordgewinn. Der Jahresüberschuss wurde auf 200 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Dazu trug auch die Veräußerung des Baumaterialien-Geschäftes bei. Der Umsatz in den fortgeführten Geschäften stieg um 10 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro. In Deutschland wuchs der Umsatz dank des Produktbereiches Erneuerbare Energien um zwei Prozent. Ohne diesen Bereich wäre der Umsatz im Heimatmarkt um etwa 5 Prozent gesunken. Der deutsche Heiztechnikmarkt sei sogar um zwölf Prozent geschrumpft. Vaillant stellte 2005 erstmals mehr als 1,5 Millionen Wandheizgeräte her.

Dividende

Erstmals seit 1999 wird an die Familieneigentümer eine Dividende ausgeschüttet: Für 2005 seien bereits 90 Millionen Euro geflossen, insgesamt seien 320 Mio. Euro vorgesehen. Der überwiegende Teil solle in das Unternehmen als Eigenkapital zurückfließen. Die genaue Höhe richte sich nach dem Bedarf für strategische Investitionen. "Wir führen Sondierungsgespräche im Bereich der Erneuerbaren Energien", erläuterte Göransson. Das Randgeschäft mit Aluminiumleitern, dessen operativer Gewinn (EBITA) wegen höherer Rohstoffpreise und Umbauten 2005 um die Hälfte schrumpfte, soll ohne Zeitdruck verkauft werden.

Die Mitarbeiterzahl des Remscheider Familienunternehmens wuchs 2005 um 400 Beschäftigte beziehungsweise 5 Prozent auf gut 8600. Vaillant stockte das Personal in Osteuropa und Großbritannien auf. Für das laufende Geschäftsjahr 2006 wird eine Umsatzsteigerung von rund fünf Prozent angepeilt. Beim operativen Gewinn (EBITA) soll 2006 das Rekordniveau 2005 von 228 Millionen Euro wiederholt werden. (APA/dpa)

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