Vergleich mit US-Behörden rückt näher

22. Mai 2006, 19:15
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Nach wochenlangen Verhandlungen mit Refco-Gläubigern und zivilrechtlich geschädigten Personen wird nun eine Vergleichssumme von 600 Millionen Dollar kolportiert

Wien/New York - Die Bawag P.S.K. steht laut einem US-Zeitungsbericht kurz vor einem Deal mit den US-Behörden, der die Bank "über 600 Millionen Dollar" (470 Mio. Euro) kosten könnte. Das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht (Securities and Exchange Commission - SEC) hätten mit Bawag-Vertretern mehrere Wochen lang darüber verhandelt, schreibt das "Wall Street Journal" (Montagausgabe).

In dem Vergleich mit den Behörden könnte die Bank über 600 Millionen Dollar zahlen, von dieser Summe dürfte auch einiges an Refco-Gläubiger und -Investoren gehen, die gegen die Bank Ansprüche erhoben hatten, heißt es im WSJ unter Berufung auf "mit der Angelegenheit vertraute Personen". Die Vereinbarung könnte noch diese Woche kundgemacht werden.

Einigung an zwei Fronten

Zusätzlich zu den Ermittlungen der amerikanischen Behörden gegen die Bawag im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Brokerhauses Refco vergangenen Herbst wurden gegen die Bawag auch zivilrechtliche Ansprüche erhoben, und zwar von Personen, die beim Refco-Zusammenbruch Geld verloren. Die Bawag soll diesbezüglich bereits vor einigen Wochen mit Refco-Gläubigern eine Vereinbarung erreicht haben, heißt es im WSJ.

Zwar sei es technisch gesehen möglich, die beiden Settlements - mit den US-Behörden sowie mit den Gläubigern - separat abzuschließen. Die Anwälte aller Seiten erwarten aber, dass die Bawag sich gleichzeitig mit beiden einigen wolle, so die Zeitung. (APA)

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    foto: robert jäger
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