Ex-Meta-Geschäftsführer vor Gericht

6. Juni 2006, 14:22
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Anklage wegen Millionen-Betrug - Grazer Wohnbaufirma ALWOG war größter Gläubiger - Auch ehemaliger Konsulent mitangeklagt

Graz - Wegen betrügerischer Krida und schwerem Betrug stand am Montag der ehemalige Geschäftsführer und Gesellschafter der Meta-Gruppe in Graz vor Gericht. Der 67-Jährigen soll von der Wohnbaufirma ALWOG Darlehen für Revitalisierungen in der Höhe von fünf Mio. Euro zu Verfügung gestellt bekommen haben. Weil nie etwas zurückgezahlt wurde, wurde nicht nur die ALWOG, sondern auch deren Gläubiger geschädigt. Ebenfalls auf der Anklagebank ein ehemaliger Konsulent der Meta-Gruppe.

Der Erstangeklagte, ein gelernter Wohnbautechniker, hatte laut Staatsanwalt Walter Plöbst seine Liebe zu alten Bauwerken zum Beruf gemacht: "Er revitalisierte Schlösser und wollte sie in Form von Hotels vermarkten", so Plöbst. Weil man dazu aber "Unsummen von Geld" benötigt, wandte er sich an den inzwischen verstorbenen Geschäftsführer der Grazer Wohnbau-Gesellschaft ALWOG (Allgemeine Wohnbau Gesellschaft m. b. H.) und an stille Beteiligte, um die Pläne in die Tat umzusetzen.

Wenn die Projekte gelaufen wären...

Zwischen 1991 und 1999 soll die ALWOG der vom Angeklagten gegründeten Meta-Gruppe rund fünf Mio. Euro als Darlehen überwiesen haben. Laut Staatsanwalt mit Zinsen rund 82 Millionen Schilling. "Warum sollte ein gesundes Unternehmen Interesse daran haben, ohne Zinsen und ohne Rückzahlungsdatum zu investieren?", wollte Plöbst vom Beschuldigten wissen. "Wir (der Angeklagte und der Geschäftsführer der ALWOG, Anm.) waren 40 Jahre eng befreundet", antwortete der 67-jährige Steirer, der sich geständig verantwortete. "Schon, aber Sie haben sein Unternehmen in den Ruin getrieben", entgegnete der Staatsanwalt. "Wenn alle Projekte so gelaufen wären, wie wir uns das vorgestellt haben, hätte es sicher Profite gegeben", so der Meta-Geschäftsführer.

Aufwand kam nicht herein

Zwei Projekte - in Gabelhofen und Krumbach - gingen sogar in Betrieb. Der Aufwand kam aber nicht wieder herein und das machte mangels der Auslastung eine Rückzahlung unmöglich. Trotzdem der Beschuldigte wusste, wie es um sein Unternehmen stand, brachte er weiterhin Anleger dazu Geld zu investieren, indem er die prekäre finanzielle Situation verschwieg. Der Mitangeklagte, ein 49 Jahre alter gebürtiger Deutscher, bekannte sich zum Vorwurf des Betruges nicht schuldig: "Mein Mandant hat sich nur um Werbung und Vertrieb gekümmert und war immer loyal dem Unternehmen gegenüber", so der Verteidiger.

Bereits im Jahr 1999 musste die ALWOG, der größte Gläubiger der Meta Hotel Beteiligungs AG aus der Meta-Gruppe, Konkurs anmelden, nachdem die vereinbarten finanziellen Leistungen von Seiten der Meta-Gruppe nicht mehr nachgekommen werden konnte. Die Verhandlung wird morgen, Dienstag, fortgesetzt. (APA)

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