Justiz erhob Anklage nach Richtermord

2. Juni 2006, 16:15
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Öffentlichkeit durch islamistischen Anschlag aufgewühlt

Ankara - Nach dem religiös motivierten Mord an einem Richter des obersten Verwaltungsgerichts der Türkei haben die Justizbehörden formal Anklage gegen vier Verdächtige erhoben. Sie hätten sich gegen die säkulare Staatsordnung der Republik gewandt, gab das zuständige Gericht am Montag in Ankara bekannt. Ein islamischer Extremist hatte am Mittwoch vergangener Woche das höchste Verwaltungsgericht gestürmt und einen Richter erschossen sowie vier weitere schwer verletzt. Als Motiv gab er Rache für ein Urteil zum Kopftuchverbot an.

Einen Tag nach dem Mordanschlag gingen 40.000 Menschen auf die Straße, um ihre Unterstützung für die laizistische Staatsordnung zu bekunden. Die Demonstration richtete sich auch gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, dessen konservativ-religiöse Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) sich für die Abschaffung des Kopftuchverbots in öffentlichen Einrichtungen einsetzt. (APA/AP)

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