PA Semi: Die Firma, die beinahe der neue CPU-Lieferant für Apple wurde

31. Juli 2006, 14:35
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Unternehmen hatte im Hintergrund an PowerPC-kompatiblem Prozessor mit extrem niedrigen Stromverbrauch gearbeitet

Meist gibt es, wenn große Deals abgeschlossen werden, auch die eine oder andere Firma, die als Verlierer aus den vorangehenden Verhandlungen hervorgeht. Bisher kaum bekannt ist allerdings, dass auch Apple bis knapp vor der Verkündung des Umstiegs auf Intel-Prozessoren mit anderen Firmen verhandelt hat, wie nun The Register berichtet.

Schock

Den Informationen des Online-Magazins zufolge sollen dabei die Gespräche mit PA Semi bereits soweit gediehen gewesen sein, dass der CPU-Startup mit Sicherheit davon ausgegangen ist, den Zuschlag zu bekommen. Als ruchbar wurde, dass Apple tatsächlich den schwierigen Umstieg auf Intel wagt, soll dies entsprechend ein echter Schock für das Unternehmen gewesen sein.

Spezifikationen

Dabei hatte alles bereits so gut ausgesehen: In Zusammenarbeit mit Apple hatte man an PowerPC-kompatiblen Prozessoren mit extrem niedrigem Stromverbrauch gearbeitet. Der erste Prozessor von PS Semi, der PA6T-1682M, soll etwa mit zwei Kernen und einer Taktfrequenz von 2GHz gerade einmal 7 Watt verbrauchen, noch einmal deutlich weniger als Intels Core Duo, der mit 21 bis 25 Watt ohnehin schon recht genügsam ist.

Vorteile

Der entscheidenste Vorteil bei einer Wahl von PA Semi wäre aber wohl die Kompatibilität mit der bisherigen Prozessorlinie gewesen: Kein Emulationslayer a la Rosetta, welcher die Umsetzung zwischen den Architekturen Performance-verschwenderisch erledigen muss. Auch die Mac-Softwareanbieter hätten sich wohl einiges an Portierungsarbeit erspart.

Nachteile

Eines der stärksten Argument gegen PA Semi dürfte aber wohl der Zeitplan gewesen sein: Vor 2007 hätte man keinen fertigen Chip abliefern könne, eine recht lange Zeit, in der Apple weiter auf IBM angewiesen gewesen wäre, was wohl Steve Jobs nicht mehr in Kauf nehmen wollte.

Weitermachen

Auch wenn PA Semi von der Apple-Entscheidung unvorbereitet getroffen wurde, das Aus für das Unternehmen war dies keineswegs - erst unlängst konnte man eine weitere Finanzierungsrunde erfolgreich abschließen. Die Ausrichtung hat sich allerdings deutlich geändert, nun will man sich vor allem auf den Embedded-Bereich konzentrieren. (red)

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