Agrana: Farbriksschließungen belasten Ergebnis

1. Juni 2006, 16:26
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Im Geschäftsjahr 2005/2006 Umsatzplus von 53 Prozent, operatives Ergebnis gestiegen, Schließung zweier Zuckerfabriken kostete 24,5 Millionen Euro

Wien - Der börsenotierte Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana konnte im Geschäftsjahr 2005/06 (per 28. Februar) einen Umsatzanstieg um 52,9 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro (Vorjahr 981 Mio. Euro) erzielen. Die Schließung zweier Zuckerfabriken schlug sich in einem auf 64,7 (84,3) Mio. Euro gesunkenen Jahresüberschuss nieder, teilte das Unternehmen am Montag ad-hoc mit.

Die Umsatzsteigerung resultierte im Wesentlichen aus der Einbeziehung der Wink-Gruppe ab Jahresanfang 2005 und des Weltmarktführers für Fruchtzubereitungen - Atys - ab dem 2. Quartal 2005/06 sowie aus deutlich gestiegenen Zuckerverkäufen. Das Operative Ergebnis erhöhte sich um 9,6 Prozent auf 99,5 Mio. Euro (90,8 Mio. Euro). Ursache dafür war das Ergebniswachstum bei Stärke und Frucht, wodurch der Ergebnisrückgang in der Division Zucker überkompensiert werden konnte, schreibt das Unternehmen.

Einmaliger Schließungsaufwand

Im Ergebnis der Betriebstätigkeit nach Restrukturierung (75 Mio. Euro nach 90,8 Mio. Euro) schlug sich ein einmaliger Schließungsaufwand in Höhe von 24,5 Mio. Euro nieder. Als Folge der Reform der EU-Zuckermarktordnung waren zwei der elf Zuckerfabriken geschlossen worden.

Der Konzernjahresüberschuss ging von 84,3 auf 64,7 Mio. Euro zurück. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 14. Juli 2006 die Auszahlung einer zum Vorjahr unveränderten Dividende von 1,95 Euro je Aktie vorschlagen.

Das Finanzergebnis verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 von plus 2,4 Mio. Euro im Vorjahr auf minus 3,3 Mio. Euro. Belastet wurde das Finanzergebnis vor allem durch den Erwerb der restlichen Anteile an Atys und Steirerobst und die damit verbundenen höheren Zinsaufwendungen. Der Konzernjahresüberschuss ging von 84,3 auf 64,7 Mio. Euro um 23,3 Prozent zurück. An Investitionen sind im Vorjahr 91,2 Mio. Euro geflossen, 77,8 Mio. Euro davon in den Bereich Spezialitäten.

Dividende bleibt stabil

Der Hauptversammlung am 14. Juli 2006 soll dennoch die Auszahlung einer zum Vorjahr unveränderten Dividende von 1,95 Euro je Aktie vorschlagen werden, als "Signal, dass mit den Restrukturierungen das Wesentlichste getan wurde", so Marihart.

Die Zahl der Mitarbeiter ist 2005/06 auf 8.130 angestiegen, 2.881 davon waren im Segment Zucker, 5.249 im Segment Spezialitäten (Stärke und Frucht) tätig. Nach Regionen aufgeteilt arbeiten mit 4.156 Mitarbeitern (1.746 davon in Österreich) in der EU, 2.594 im sonstigen Europa und 1.380 im übrigen Ausland.

Nach der Übernahme der restlichen 37,5 Prozent an Atys und der vollständigen Übernahme der Steirerobst befinden sich nun alle Beteiligungen zu 100 Prozent in Besitz der Agrana. In der Division Frucht werde sich die Konzernstruktur ändern und in die Segmente Agrana Fruit (Fruchtzubereitungen) und Agrana Juice (Fruchtsaftkonzentrate) eingeteilt. Die Steirerobst wird im Zuge dessen aufgespalten.

Agrana-Titel notierten am Montag um 13.45 Uhr mit 78,28 Euro um 0,91 Prozent weniger gegenüber dem Schlusskurs von Freitag. (APA)

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