Gorbach: Vorzeitiger Ausstieg vorstellbar

22. Mai 2006, 10:00
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Ausscheiden sogar vor Ende der Legislaturperiode wegen "familiärer oder wirtschaftlicher Umstände" möglich

Bregenz/Wien - Vizekanzler Hubert Gorbach (B) kann sich vorstellen, das Amt des Vizekanzlers unter Umständen bereits vor Ende der Legislaturperiode abzugeben. Er habe vor, die gesamte Legislaturperiode im Amt zu bleiben, doch könne es auch Umstände geben, "die eine Neuüberlegung notwendig machen (...). Das würde ich dann mit Peter Westenthaler und Jörg Haider besprechen", sagte Gorbach in einem Interview mit den Vorarlberger Nachrichten (Montags-Ausgabe).

Auf die Frage, welcher Anlass für ein vorzeitiges Ausscheiden vorstellbar sei, antwortete Gorbach laut VN: "Das können familiäre oder wirtschaftliche Umstände sein... Reden wir deutsch miteinander: Wenn im Unternehmen von Walter Klaus, mit dem ich gut befreundet bin, und vor dem ich jeden Tag mehr den Hut ziehe, weil er so viel bewegt, eine Notwendigkeit entstehen würde. Ich sage das jetzt relativ offen, möchte aber nicht, dass daraus Spekulationen entstehen - im Moment bin ich Vizekanzler bis zum Ende der Legislaturperiode."

"Druck, weiterzumachen"

Gorbach verneinte die Frage, ob im Zusammenhang mit der Bestellung von Peter Westenthaler zum BZÖ-Parteichef Druck auf ihn ausgeübt worden sei, als Vizekanzler zurückzutreten. "Viel Druck gab es, ich solle Spitzenkandidat werden und überhaupt weiter machen. Aber ich hatte gute Gründe, es nicht zu tun, ich will nach dieser Legislaturperiode nicht mehr in der Politik tätig sein."

Die Nominierung Westenthalers zum Parteichef und Spitzenkandidaten begrüße er "außerordentlich". Westenthaler sei ein "Politprofi", "der dem BZÖ einen ordentlichen Turbodrive nach vorne geben wird". (APA)

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    Der eine nimmt seinen Hut wieder - der andere könnte seinen Sessel zur Verfügung stellen: Gorbach schließt einen vorzeitigen Ausstieg aus der Politik nicht aus.

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