Skoceks Zeitlupe: Ringelspiel

22. Juni 2006, 10:31
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Österreich ist ein so kleiner Teich, dass einem überall dieselben Enten entgegendümpeln

Angesichts der BZÖ-Qual-der-Wahl von drei Spitzenkandidaten mit weniger politischer Botschaft als Alfons Haider fällt einem die Bekanntschaft Peter Westenthalers mit dem damals in Deutschland werkenden Kurt Jara ein, die er auch als Fußball-Bundesliga-Vorstand pflegte.

Jaras Trainerzeit ist bis auf Weiteres vorbei, die Liga bringt trotz des Transferwahns brauchbaren Nachwuchs hervor, den Josef Hickersberger in den Teamkader holte. Die Liga kämpft mit dem Überleben, Sturm und GAK sind finanziell scheintot, Ried, Mattersburg, Wacker Tirol und Pasching zu flach, um ihre Teams zu verstärken, Aufsteiger Altach wird auch nicht um den Meistertitel mitspielen. Bleiben die schwankende Rapid, die zur Sparsamkeit verpflichtete Austria und die Salzburg als Titelanwärter. Didi Mateschitz hat mit Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus wahrscheinlich eher gute Namen als Qualität gekauft.

Trapattoni hat einige Titel gewonnen, aber er scheint sein Gefühl verloren zu haben. 2004 inszenierte er Italiens Team zum EM-Lachakt, heuer feuerte ihn der VfB Stuttgart während der Saison. Matthäus hat Rapid 2001/02 fast ruiniert, mit Partizan Belgrad die Champions League erreicht und ist mehr Yellow-Press-Liebling als Erfolgscoach.

Salzburg wird es verkraften, Mateschitz hat Geld genug, und nichts ist ohne gute Seiten. Wer die Austria mag, der sollte eine Kerze anzünden aus Dank, dass Westenthaler seinen Haberer Jara nicht seinem Frank Stronach einredete. Westenthaler wird Liga und Austria nicht mehr beglücken, das BZÖ passt besser zu ihm. (Johann Skocek - DER STANDARD PRINTAUSGABE 22.5. 2006)

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