Die Liebe in Kärnten

4. Juli 2006, 21:39
posten

Jörg Haider und der Dalai Lama waren die Hauptexponenten des ORF-2-Mittagsprogramms am Sonntag ...

Jörg Haider und der Dalai Lama waren die Hauptexponenten des ORF-2-Mittagsprogramms am Sonntag. Der eine in der Pressestunde, der andere in Orientierung. Beide haben etwas mit Kärnten zu tun, einer ist ständig da, einer kommt nur gelegentlich, einer stiftet Unfrieden, einer das Gegenteil.

Man mag es als ausgleichenden Beschluss göttlicher Vorhersehung betrachten, der den "Ozeangleichen Lehrer" an die alpinen Gestade unserer südlichen Provinz führt. Seine Heiligkeit, reinkarniert aus Mitgefühl zu den Menschen, übt durch Präsenz seiner Weisheit bestimmt positiven Einfluss auf die Kärntner Führung aus. Zwar wird es für Jörg Haider niemals zum Friedensnobelpreis reichen, auch wird er niemals auch nur in die Nähe der Imagewerte des Exiltibeters gelangen, vielleicht genügt es aber für mehrsprachliche Ortstafeln.

Also, lieber Dalai Lama, besuche öfter diese Breiten, wie du es im Interview in Aussicht gestellt hast. Wir wissen, dass du dich um Tibet kümmern musst, und der Posten des Kärntner Landeshauptmanns wäre deiner unwürdig, trotzdem: Du wärest der Richtige dafür. Buddhismus statt hetzerischer Wirtshaustiraden, Reinkarnation statt Populismus, Liebe und Mitgefühl statt Kampf gegen Asylanten, "Hassprediger" und zweisprachige Ortstafeln.

Denke, was du an der Basis bewirken könntest! Wer wird noch Aschenbecher durchs Wirtshaus werfen oder an Ewiggestriges denken, wenn Einheit und Stabilität aus dem Herzen kommen?! (pum/DER STANDARD; Printausgabe, 22.5.2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.